Rakeback beim Poker

Bernhard Wimmer
Zuletzt aktualisiert am 24. August 2026, 11:52
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  • Strategie

Rakeback ist der Anteil des bezahlten Rakes, also der Kommission des Pokerraums, den der Anbieter einem Spieler nachträglich zurückzahlt. Der Rake selbst liegt laut gängigen Übersichten meist zwischen 2,5 und 10 Prozent des Potts, gedeckelt durch einen Höchstbetrag. Rakeback senkt diese Gebühr, ändert aber nichts an der Frage, ob man am Tisch gewinnt oder verliert. Wie viel tatsächlich zurückkommt, hängt weniger vom beworbenen Prozentsatz ab als von der Berechnungsmethode und vom Rake, auf den er sich bezieht.

Rakeback

So wird Rakeback berechnet

Die Grundformel ist einfach: bezahlter Rake mal Rakeback-Satz ergibt die Rückzahlung. Wer in einem Monat 100 Euro Rake erzeugt und einen Satz von 30 Prozent hat, bekommt 30 Euro zurück. Bei 200 Euro Rake und demselben Satz wären es 60 Euro.

Schwieriger ist die Frage, was als „bezahlter Rake“ zählt.

Im Cashgame nimmt der Pokerraum einen Prozentsatz aus jedem Pott, bis die Obergrenze, der sogenannte Cap, erreicht ist. Viele Räume kassieren zudem erst, wenn ein Flop gespielt wird, nach dem Prinzip „no flop, no drop“. Bei Turnieren steckt der Rake in der Gebühr zum Buy-in, die je nach Anbieter zwischen 0 und 10 Prozent liegt. Die Rakeback-Basis ist also bei jedem Raum eine andere, und zwei Angebote mit 30 Prozent können sehr unterschiedliche Beträge auszahlen.

Wo man Rakeback begegnet

Ausgezahlt wird Rakeback direkt vom Pokerraum, über ein VIP- oder Punkteprogramm oder über Partnerseiten, die einen Anteil ihrer Provision weitergeben. Der Rhythmus reicht je nach Anbieter von täglich bis monatlich. Ob das Geld als Echtgeld oder als Bonus mit wagering gutgeschrieben wird, regelt jeder Anbieter selbst, und genau diese Zeile in den Bedingungen lesen wir zuerst.

Dealt, Contributed und Weighted Contributed

Ein Pott wird von mehreren Spielern gebildet, der Rake aber nur einmal abgezogen. Wie er auf die Beteiligten verteilt wird, bestimmt die Methode, und davon gibt es im Wesentlichen drei Varianten.

Bei der Dealt-Methode wird der Rake gleichmäßig auf alle Spieler aufgeteilt, die Karten bekommen haben, auch wenn sie sofort folden. Die Average-Contributed-Methode teilt ihn gleichmäßig unter jenen auf, die Geld in den Pott gelegt haben. Weighted Contributed rechnet anteilig: Wer die Hälfte des Potts eingezahlt hat, bekommt die Hälfte des Rakes angerechnet.

Ein Beispiel mit glatten Zahlen zeigt den Unterschied. Ein Pott von 60 Euro an einem Sechsertisch kostet bei 5 Prozent Rake 3 Euro, und ein Spieler hat davon 30 Euro eingezahlt. Nach Dealt bekommt er 0,50 Euro Rake angerechnet, nach Weighted Contributed 1,50 Euro. Bei 30 Prozent Rakeback sind das 0,15 Euro gegenüber 0,45 Euro für dieselbe Hand.

Dealt begünstigt also Spieler, die viele Hände folden, Weighted Contributed eher jene, die oft und mit hohen Beträgen mitgehen.

Laut aktuellen Branchenübersichten ist Dealt selten geworden, und die meisten großen Räume rechnen anteilig ab. Verbindlich ist aber nur, was der jeweilige Anbieter in seinen Bedingungen nennt.

Abgrenzung zu Cashback und niedrigem Rake

Rakeback wird oft mit Cashback verwechselt, folgt aber einer anderen Logik. Cashback bemisst sich in der Regel an Nettoverlusten, Rakeback an der bezahlten Gebühr, unabhängig davon, ob man gewonnen oder verloren hat. Ein Spieler mit Gewinn erhält also Rakeback, aber meist kein Cashback.

Der häufigere Denkfehler betrifft die Höhe des Satzes. Ein Raum mit 5 Prozent Rake und 30 Prozent Rakeback kostet effektiv 3,5 Prozent pro Pott. Der österreichische Anbieter win2day verzichtet laut eigener Angabe auf ein Rakeback-Modell und nennt im Cashgame einen Rake von 3,33 Prozent. Rechnerisch ist das Angebot mit dem großen Rakeback-Versprechen damit schlechter, solange die Caps vergleichbar sind.

Genau dort liegt die Einschränkung, die eine einzelne Prozentzahl nicht abbildet. Ein Raum mit 5 Prozent und niedrigem Cap ist bei kleinen Pötten teurer als einer mit 4 Prozent und hohem Cap. Bei großen Pötten dreht sich das Verhältnis, weil der niedrige Cap früher greift und den Abzug begrenzt. Wer vergleicht, braucht deshalb Prozentsatz, Cap und Rakeback-Methode gemeinsam, und erst daraus ergibt sich die effektive Gebühr.

Ein höherer Rakeback-Satz ist kein Beweis für ein billigeres Spiel.

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