Systemwette bei Sportwetten
Eine Systemwette ist eine Sportwette, bei der der Wettanbieter aus mehreren Tipps automatisch alle Kombiwetten einer festgelegten Größe bildet, sodass nicht jeder Tipp aufgehen muss, um etwas zurückzubekommen. Die Schreibweise „3 aus 4“ bedeutet: Aus vier Tipps entstehen alle möglichen Dreierkombinationen, jede mit eigenem Einsatz. Man zahlt also für mehrere Wetten gleichzeitig. Gerade dieser Punkt wird beim Blick auf den Wettschein oft übersehen, weil dort meist nur der Gesamteinsatz steht.

So berechnet man eine Systemwette
Die Zahl der Wettreihen folgt aus dem Binomialkoeffizienten: C(n, k) = n! / (k! · (n – k)!), wobei n die Zahl der Tipps und k die Größe jeder Kombination ist. Ein System 2 aus 4 ergibt damit sechs Reihen, ein System 3 aus 4 vier Reihen und ein System 3 aus 5 zehn Reihen.
Der Gesamteinsatz ist immer der Einsatz pro Reihe mal die Zahl der Reihen.
Beispielrechnung mit glatten Beträgen
Man spielt ein System 3 aus 4 mit vier Tipps zu je Quote 2,00 und setzt 10 Euro pro Reihe, insgesamt also 40 Euro. Jede Dreierkombination hat die Quote 8,00 und bringt bei einem Treffer 80 Euro zurück. Gewinnen alle vier Tipps, zahlen alle vier Reihen aus, und man erhält 320 Euro. Verliert ein Tipp, bleibt genau eine Reihe übrig, die 80 Euro bringt, was nach Abzug des Einsatzes 40 Euro Gewinn bedeutet. Verlieren zwei Tipps, geht der gesamte Einsatz verloren, weil keine Dreierreihe mehr vollständig richtig ist.
Bei ungleichen Quoten rechnet man jede Reihe einzeln aus und addiert nur die gewonnenen. Die Steuer- und Gebührenregeln des jeweiligen Anbieters können die Auszahlung zusätzlich verändern, daher lohnt der Blick auf den Wettschein vor der Abgabe.
Systemwette und Kombiwette im Vergleich
Am häufigsten wird die Systemwette mit der Kombiwette verwechselt, obwohl die beiden Wettarten im Risiko weit auseinanderliegen. Bei der Kombiwette steckt der ganze Einsatz in einer einzigen Reihe, und ein falscher Tipp beendet sie.
Mit denselben vier Tipps zu Quote 2,00 ergibt eine Viererkombi die Gesamtquote 16,00. Setzt man darauf 40 Euro, erhält man bei vier Treffern 640 Euro, beim System 3 aus 4 dagegen nur 320 Euro. Die Systemwette kostet also die Hälfte des möglichen Ertrags, und zwar genau für den Fall, dass ein Tipp danebengeht. Wer das System für die bessere Kombi hält, übersieht diesen Preis, denn die Absicherung wird mit jeder zusätzlichen Reihe teurer bezahlt.
Bank und benannte Systeme
Markiert man einen Tipp als Bank, erscheint er in jeder Reihe. Aus vier Tipps mit einer Bank wird so ein System 2 aus 3 plus Bank, also drei Dreierkombinationen, und verliert die Bank, ist der gesamte Schein verloren.
Daneben gibt es Systeme mit Eigennamen, die mehrere Kombinationsgrößen zusammenfassen: Ein Trixie besteht aus drei Zweierkombis und einer Dreierkombi, ein Yankee aus elf Wetten über vier Tipps.
Wie die Anbieter diese Varianten im Wettschein beschriften, ist nicht einheitlich.
Systemwetten in den Bonusbedingungen
Spieler mit Wettbonus treffen die Systemwette meist in den Bonusbedingungen, und zwar als Ausschluss. Viele Buchmacher zählen Systemwetten nicht zum Bonusumsatz, Interwetten etwa nennt sie ausdrücklich als ausgeschlossene Wettart.
Einheitlich ist die Praxis trotzdem nicht. Einige Anbieter akzeptieren Systemwetten für das wagering, andere schließen sie aus oder knüpfen sie an Mindestquoten, und ob dabei die Quote jeder Reihe oder ein anderer Wert zählt, regelt jeder Anbieter in seinen eigenen Bedingungen. Was wir zuerst prüfen, ist deshalb der Abschnitt zu erlaubten Wettarten, noch vor der Bonushöhe.
Ein Beispiel zeigt, warum: Ein Bonus von 100 Euro mit fünffachem Umsatz verlangt 500 Euro an gewerteten Einsätzen. Spielt man diesen Betrag über Systemwetten und sind diese ausgeschlossen, bleibt der Umsatzstand bei null, und der Bonus verfällt nach Ablauf der Frist.
Ein großer Bonus mit Systemausschluss ist für Systemspieler das schlechtere Angebot als ein kleiner ohne.
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