Rake im Poker

Volkan Kaya
Zuletzt aktualisiert am 28. August 2026, 12:06
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Rake ist die Gebühr, die ein Pokerraum oder Casino für das Ausrichten einer Pokerpartie einbehält – im Cash Game als Prozentsatz jedes Pots, im Turnier als fester Aufschlag auf das Buy-in. Im Cash Game sind Sätze zwischen 2,5 und 10 Prozent des Pots üblich, begrenzt durch einen Höchstbetrag pro Hand. Das Haus spielt dabei nicht mit, es verdient an jeder Hand, ganz gleich, wer sie gewinnt. Wie hoch der Rake konkret ausfällt, legt jeder Anbieter selbst fest; einen einheitlichen Standard gibt es nicht.

Rake

So wird der Rake berechnet

Die Formel ist schlicht: Der Pokerraum nimmt einen festen Prozentsatz vom Pot, bis der Cap (die Obergrenze pro Hand) erreicht ist. Danach wächst der Pot weiter, der Rake aber nicht mehr.

Ein Rechenbeispiel zeigt, warum der Cap oft mehr zählt als der Prozentsatz. Bei 5 Prozent Rake und einem Pot von 200 € wären rechnerisch 10 € fällig; liegt der Cap bei 6 €, gehen nur 6 € an den Betreiber und 194 € an den Gewinner der Hand. Ein Raum mit 5 Prozent und 3 € Cap kann deshalb günstiger sein als einer mit 4 Prozent und 5 € Cap, je nachdem, wie oft Ihre Pots die Obergrenze erreichen.

Viele Online-Räume wenden zusätzlich die Regel „No flop, no drop“ an: Endet eine Hand schon vor dem Flop, wird überhaupt kein Rake erhoben.

Rake im Turnier

Bei Turnieren und Sit & Go wird nicht pro Pot kassiert. Die Gebühr steckt im Buy-in und wird meist getrennt ausgewiesen, etwa als „30 € + 3 €“, wobei die 3 € beim Veranstalter bleiben und nicht in den Preispool fließen. Manche Live-Cardrooms verrechnen statt eines Pot-Rakes eine Zeitgebühr (time charge), die jeder Spieler pro Stunde am Tisch bezahlt.

Wo Sie dem Rake begegnen

Am Tisch selbst sehen Sie den Rake selten als eigene Zeile. Er wird vom Pot abgezogen, bevor der Gewinner ausbezahlt wird, und taucht meist nur in der Hand-History auf.

Wer Konditionen vergleichen will, findet Prozentsatz und Cap in der Rake-Tabelle des Anbieters, gestaffelt nach Limit. Online liegen die Sätze laut Branchenübersichten häufig um 5 Prozent, kleine Live-Partien verlangen oft 10 Prozent. Die Caps unterscheiden sich zwischen den Anbietern deutlich stärker als die Prozentsätze, und genau dort entscheidet sich, was eine Session am Ende kostet. Was ich zuerst prüfe, ist daher der Cap auf dem Limit, das Sie tatsächlich spielen – die Prozentzahl im Werbebanner sagt für sich allein erstaunlich wenig.

Rakeback und seine Verteilung

Rakeback (die teilweise Rückerstattung des bezahlten Rakes) bieten einige Pokerräume oder deren Partner als Anreiz zum Weiterspielen an. Verteilt wird nach zwei Methoden: Bei „dealt“ erhält jeder Spieler, dem Karten ausgeteilt wurden, den gleichen Anteil; bei „contributed“ zählt nur, wie viel eigenes Geld Sie in den Pot gelegt haben.

Wer eng spielt und oft früh foldet, kommt mit der Dealt-Methode besser weg.

Rake ist kein Hausvorteil

Der häufigste Irrtum ist, Rake mit dem Hausvorteil (house edge) gleichzusetzen. Beim Roulette oder an einem Slot spielt das Casino gegen Sie, und sein Vorteil steckt in den Spielregeln oder im RTP (Return to Player, der theoretischen Auszahlungsquote).

Beim Poker liegt der Fall anders. Der Betreiber sitzt nicht mit am Tisch, er kassiert eine Gebühr, während das übrige Geld zwischen den Spielern wandert. Wer besser spielt als seine Gegner, kann deshalb langfristig im Plus landen, allerdings nur dann, wenn sein Vorsprung größer ist als der bezahlte Rake.

Gerade auf niedrigen Limits, wo der Cap selten greift, kann der Rake den Vorsprung eines knappen Gewinners vollständig aufzehren.

Auch der Vergleich mit dem RTP hinkt bei näherem Hinsehen. Eine RTP-Angabe gilt nur für die konkrete Version eines Spiels, die der Betreiber einsetzt, und beschreibt einen theoretischen Wert über sehr viele Runden; ohne Versionshinweis behandeln wir sie als unbestätigt. Der Rake dagegen ist eine offene Gebühr mit fester Formel, die Sie aus Prozentsatz, Cap und Potgröße selbst nachrechnen können. Das macht ihn transparenter als jede Auszahlungsquote, aber nicht automatisch günstiger.

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