Caribbean Stud Poker: Begriff erklärt
Caribbean Stud Poker ist ein Casino-Tischspiel, bei dem Sie mit fünf Karten gegen die Hand des Dealers antreten und nicht gegen andere Spieler. Sie setzen zuerst einen Ante (Grundeinsatz), sehen Ihre fünf Karten und entscheiden dann, ob Sie aufgeben oder mit dem doppelten Ante erhöhen. Ausbezahlt wird die Erhöhung nur, wenn der Dealer mit mindestens Ass-König qualifiziert. Gezogen oder getauscht wird in der Grundform nicht, und Bluffen ist zwecklos, weil der Dealer nach festen Regeln spielt.

So läuft eine Runde Caribbean Stud ab
Jede Runde beginnt mit dem Ante, danach erhalten Sie fünf Karten offen und der Dealer fünf Karten, von denen nur eine aufgedeckt liegt. Mehr Information als diese eine Karte bekommen Sie vor Ihrer Entscheidung nicht.
Nun gibt es genau zwei Wege. Entweder Sie passen und verlieren den Ante, oder Sie setzen den Raise (auch Call oder Bet genannt), der in der Standardregel exakt das Doppelte des Ante beträgt.
Die Qualifikation des Dealers
Erst danach deckt der Dealer auf und muss mindestens Ass und König oder eine höhere Hand halten. Die schwächste qualifizierende Hand ist damit A-K-4-3-2, die stärkste nicht qualifizierende A-D-B-10-9.
Qualifiziert der Dealer nicht, gewinnt Ihr Ante 1:1 und der Raise geht unverändert an Sie zurück, ganz gleich, wie schwach Ihre eigene Hand war. Qualifiziert er und schlägt Sie, sind beide Einsätze weg. Schlagen Sie ihn, zahlt der Ante 1:1 und der Raise nach der ausgehängten Tabelle, bei exaktem Gleichstand bleibt der Einsatz stehen.
Genau diese Regel macht das Spiel tückischer, als es aussieht.
Hausvorteil und Auszahlungstabelle im Detail
Die verbreitete Auszahlungstabelle für den Raise lautet: Paar oder schwächer 1:1, zwei Paare 2:1, Drilling 3:1, Straße 4:1, Flush 5:1, Full House 7:1, Vierling 20:1, Straight Flush 50:1 und Royal Flush 100:1. Abweichungen kommen vor, daher gilt immer die Tabelle, die am jeweiligen Tisch oder im Infofenster des Spiels steht.
Mit dieser Tabelle und optimaler Entscheidung zwischen Passen und Erhöhen liegt der Hausvorteil bei 5,224 %, gerechnet auf den Ante. Das ist die Zahl, die Wizard of Odds für die Standardregel veröffentlicht. Weil Spieler in rund 52 % der Hände erhöhen, liegt der durchschnittliche Gesamteinsatz bei etwa 2,045 Ante-Einheiten. Bezogen auf diesen tatsächlich riskierten Betrag ergibt sich ein Element of Risk (Verlust im Verhältnis zum gesamten Einsatz) von rund 2,56 %. Beide Zahlen beschreiben dasselbe Spiel, nur mit einem anderen Nenner, und wer sie vermischt, vergleicht Äpfel mit Birnen.
Ein Rechenbeispiel macht den Unterschied greifbar: Bei 10 Euro Ante beträgt der erwartete Verlust pro Hand etwa 52 Cent, egal welcher Prozentsatz auf dem Infoblatt steht.
Software-Versionen und Blindspiel
Bei Online-Versionen hängt der Wert von der Umsetzung des jeweiligen Anbieters ab. Wizard of Odds führt für ältere Plattformen Werte zwischen 5,01 % und 5,22 % an, eine RTP-Angabe ohne Hinweis auf Version und Bezugsgröße behandeln wir deshalb als unbestätigt. Wer jede Hand ohne Blick auf die Karten erhöht, spielt laut derselben Quelle gegen einen Hausvorteil von 16,607 %.
Womit Caribbean Stud oft verwechselt wird
Mit klassischem Poker hat Caribbean Stud vor allem die Rangfolge der Hände gemeinsam. Es gibt keine Mitspieler, gegen die Sie bluffen könnten, keinen Pot und keine Setzrunden über mehrere Straßen, denn die einzige Entscheidung fällt nach dem Austeilen.
Häufig verwechselt wird das Spiel mit Casino Hold’em, das ebenfalls gegen den Dealer läuft, aber mit zwei eigenen Karten und Gemeinschaftskarten arbeitet. Three Card Poker wiederum nutzt nur drei Karten und eine andere Qualifikationsregel. Von Oasis Poker spricht man bei Varianten, in denen Sie gegen einen Zusatzeinsatz Karten tauschen dürfen, was die Mathematik spürbar verändert.
Im Live Casino und in RNG-Versionen (Zufallsgenerator statt echtem Kartenschlitten) wird oft ein progressiver Jackpot als Nebenwette angeboten. Diese Nebenwette ist teurer als das Grundspiel, und die Höhe des angezeigten Jackpots sagt über ihren Wert für Sie wenig aus. Was ich zuerst prüfe, ist deshalb nie die Jackpotzahl, sondern die Tabelle für den Raise und die Angabe, worauf sich die genannte Quote bezieht.
Ein Spiel mit vielen Varianten ist eben noch kein besseres Spiel.
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