Sportwetten-Bonus einfach erklärt
Ein Sportwetten-Bonus ist ein Guthaben oder eine Wettgutschrift, die ein Buchmacher für eine Einzahlung oder eine erste Wette vergibt und die erst nach Erfüllung von Umsatzbedingungen auszahlbar wird. Die Höhe des Angebots sagt dabei wenig über seinen Wert. Entscheidend sind der Umsatzfaktor, die Bemessungsgrundlage, die Mindestquote und die Frist. Diese vier Werte legt jeder Anbieter selbst in seinen Bonusbedingungen fest, einen einheitlichen Standard für Österreich gibt es nicht.

So berechnet man den Bonusumsatz
Der Umsatz ergibt sich aus einer einfachen Multiplikation: Bemessungsgrundlage mal Umsatzfaktor. Die Grundlage ist entweder der Bonus allein oder Einzahlung plus Bonus, und genau dieser Unterschied verdoppelt die Anforderung.
Ein Beispiel mit glatten Beträgen: Man zahlt 100 Euro ein und erhält 100 Prozent Bonus, also 100 Euro. Bei sechsfachem Umsatz auf den Bonus allein müssen Wetten über 600 Euro platziert werden. Gilt der Faktor für Einzahlung plus Bonus, sind es 1.200 Euro.
Was zum Umsatz zählt
Nur qualifizierende Wetten gehen in die Rechnung ein. Die Mindestquote liegt in österreichischen Bonusbedingungen meist zwischen 1,50 und 2,00, einzelne Anbieter akzeptieren schon 1,20, andere verlangen Kombiwetten mit drei Auswahlen ab 1,40 pro Tipp. Die Frist reicht je nach Buchmacher von 24 Stunden bis zu 90 Tagen, und manche Anbieter zählen bei mehreren Wetten auf dasselbe Ereignis nur die zuerst platzierte. Wer diese Klauseln übersieht, setzt Geld, das für die Freigabe nie zählt.
Die Mindestquote bestimmt also, welche Wetten man überhaupt platzieren darf.
Womit der Wettbonus oft verwechselt wird
Am häufigsten wird der Einzahlungsbonus mit der Freiwette verwechselt. Beide heißen in der Werbung oft schlicht Wettbonus, funktionieren aber nach anderen Regeln.
Bei einer Freiwette wird in der Regel nur der Nettogewinn gutgeschrieben, der Einsatz selbst kommt nicht zurück. Eine Freiwette über 10 Euro zu einer Quote von 3,00 bringt deshalb 20 Euro statt 30 Euro. Dafür verlangen viele Freiwetten keinen weiteren Umsatz oder nur einen einfachen, während ein Einzahlungsbonus typischerweise drei- bis zehnfach umgesetzt werden muss.
Wie die Quote die Rechnung verschiebt, zeigt der Vergleich unten.
Freiwette gegen Einzahlungsbonus im Detail
Die Gegenüberstellung zeigt die Merkmale, nach denen die Bonusbedingungen beider Formen typischerweise aufgebaut sind. Die konkreten Werte unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter und stehen jeweils in den AGB.
Freiwette | Einzahlungsbonus |
|---|---|
| Meist kein oder einfacher Umsatz | Häufig drei- bis zehnfacher Umsatz |
| Einsatz wird nicht ausbezahlt | Bonusgeld bleibt nach Freigabe Guthaben |
| Betrag meist 10 bis 50 Euro | Betrag oft bis 100 oder 200 Euro |
| Eigene Einzahlung bleibt frei verfügbar | Einzahlung oft im Umsatz gebunden |
| Kurze Gültigkeit üblich | Fristen von Tagen bis Wochen |
| Mindestquote in den Bedingungen | Mindestquote in den Bedingungen |
Warum mehr Bonus selten mehr wert ist
Ein höherer Bonus ist nicht automatisch der bessere, weil jede Umsatzwette die Marge des Buchmachers mitbezahlt. Rechnet man mit einer angenommenen Marge von 5 Prozent, lässt sich der Erwartungswert grob abschätzen.
Angebot A gibt 100 Euro Bonus auf 100 Euro Einzahlung, achtfach auf beides umzusetzen, also 1.600 Euro Umsatz. Der erwartete Verlust daraus beträgt 80 Euro, vom Bonus bleiben rechnerisch 20 Euro. Angebot B gibt 50 Euro Bonus, dreifach auf den Bonus allein, also 150 Euro Umsatz und 7,50 Euro erwarteter Verlust. Hier bleiben rund 42 Euro.
Das kleinere Angebot ist damit doppelt so viel wert.
Verwechselt wird der Begriff außerdem mit dem Casino-Bonus. Dort zählen Spiele nach Gewichtung zum Umsatz, bei Sportwetten entscheidet stattdessen die Quote, ob eine Wette angerechnet wird. Rechtlich gilt in Österreich eine eigene Ordnung: Die klassische Sportwette fällt laut Finanzministerium nicht unter das Glücksspielgesetz, ihre Annahme bedarf einer Bewilligung nach Landesrecht. Wer die Bedingungen eines Anbieters prüft, liest deshalb zuerst Faktor, Grundlage und Mindestquote und erst danach die beworbene Summe.
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