Angehörigenberatung bei Spielsucht

Sabrina Ebner-Kovačević
Zuletzt aktualisiert am 11. September 2026, 17:05
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Angehörigenberatung ist ein Beratungsangebot für Partnerinnen, Eltern, Kinder, Freunde und Kollegen von Menschen mit einem Glücksspielproblem, das Sie auch dann nutzen können, wenn die spielende Person selbst keine Hilfe sucht.

Im Mittelpunkt stehen Ihre eigene Lage und der Umgang mit der betroffenen Person, also Gespräche über Geld, Grenzen und Rückfälle. In Österreich bieten viele Suchtberatungsstellen und Ambulanzen diese Beratung kostenlos und vertraulich an.

Angehörigenberatung

Wo Angehörige in Österreich Beratung finden

Ein rascher Einstieg ist die gebührenfreie Spielerschutz-Hotline der Casinos Austria und Österreichischen Lotterien unter 0800 202 304, an die sich ausdrücklich auch Angehörige wenden können.

Die Ambulante Behandlungseinrichtung Spielsuchthilfe in der Stolberggasse 26, 1050 Wien, berät Angehörige kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym, telefonisch unter 01 544 13 57. Laut Wiener Sozialinfo gibt es dort zusätzlich eine gemeinsame Gruppe mit Angehörigen, die einmal im Monat stattfindet.

Außerhalb der Spielsuchthilfe beraten etwa die Ambulanz für Spielsucht von pro mente OÖ in Linz und das Anton Proksch Institut in Wien-Liesing. Dessen Angehörigengruppen stehen auch dann offen, wenn der suchtkranke Mensch noch nicht in Behandlung ist. Wie oft Gruppen stattfinden und ob vorher eine Erstabklärung nötig ist, legt jede Einrichtung selbst fest, daher lohnt sich der Anruf vor dem ersten Termin.

Eine Beratungsstelle kann allerdings kein Spielerkonto sperren und keine Einzahlung stoppen.

Abgrenzung zu Schuldner- und Selbsthilfe

Angehörigenberatung wird oft mit Schuldnerberatung verwechselt, obwohl beide unterschiedliche Fragen beantworten.

Die Schuldnerberatung klärt, wie Spielschulden reguliert werden und welche Zahlungen Vorrang haben. Die Schuldnerhilfe OÖ verbindet beides und bietet Einzel-, Paar- und Familienberatung an, auch wenn die spielende Person nicht selbst kommen möchte.

Eine Selbsthilfegruppe wiederum lebt vom Austausch unter Betroffenen, während in der Angehörigenberatung Fachleute aus Psychologie, Psychotherapie oder Sozialarbeit das Gespräch führen. Gemeinsam ist beiden Formen der Fokus auf Entlastung: Sie lernen, Ihre eigenen Grenzen zu halten, statt die Verantwortung für das Spielverhalten eines anderen Menschen zu übernehmen.

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