Craps: das Würfelspiel
Craps ist ein Casino-Würfelspiel mit zwei Würfeln, bei dem Sie auf die Augensumme eines oder mehrerer Würfe setzen, meist auf die Pass Line (Grundwette mit dem Werfer). Der Begriff bezeichnet zugleich die Summen 2, 3 und 12, die im ersten Wurf einer Runde die Pass Line sofort verlieren lassen. Am Tisch gibt es Dutzende Wetten, doch nur wenige davon sind rechnerisch vernünftig. Dieser Eintrag erklärt den Ablauf, die Hausvorteile der Standardwetten und die häufigsten Verwechslungen.

So läuft eine Runde Craps ab
Jede Runde beginnt mit dem Come-Out-Wurf (dem ersten Wurf einer neuen Runde). Fällt eine 7 oder 11, ein sogenannter Natural, gewinnt die Pass Line sofort; das passiert in 8 von 36 möglichen Würfelkombinationen.
Bei 2, 3 oder 12 verliert die Pass Line, und genau diese drei Summen heißen im engeren Sinn Craps. Mit 4 von 36 Kombinationen ist das deutlich seltener als ein Natural.
Jede andere Summe, also 4, 5, 6, 8, 9 oder 10, wird zum Point (Zielzahl der Runde), und am Tisch markiert ein Puck diese Zahl mit „ON“. Ab jetzt würfelt der Shooter (der Werfer) so lange weiter, bis entweder der Point erneut fällt oder eine 7 kommt. Fällt zuerst der Point, gewinnt die Pass Line; fällt zuerst die 7, heißt das Seven-Out, die Pass Line verliert und die Würfel wandern weiter. Alle anderen Summen sind in dieser Phase für die Pass Line bedeutungslos.
Die Gegenwette heißt Don’t Pass.
Pass Line und Don't Pass im direkten Vergleich
Die beiden Grundwetten sind fast Spiegelbilder, unterscheiden sich aber an einer entscheidenden Stelle. Die Tabelle zeigt, welche Seite in welcher Phase rechnerisch vorne liegt.
Pass Line | Don't Pass |
|---|---|
| Sofortgewinn im Come-Out bei 7 oder 11 | Sofortgewinn im Come-Out bei 2 oder 3 |
| Sofortverlust bei 2, 3 oder 12 | Sofortverlust bei 7 oder 11 |
| 12 im Come-Out zählt als Verlust | 12 im Come-Out ist ein Push |
| Gewinnt, wenn der Point vor der 7 fällt | Gewinnt, wenn die 7 vor dem Point fällt |
| Hausvorteil 1,41 % | Hausvorteil 1,36 % |
| Odds dahinter zu echten Quoten, 0 % Hausvorteil | Lay Odds zu echten Quoten, 0 % Hausvorteil |
Hausvorteil der wichtigsten Craps-Wetten
Der Hausvorteil (der durchschnittliche Anteil des Einsatzes, den das Casino langfristig behält) lässt sich beim Craps exakt ausrechnen, weil zwei Würfel nur 36 gleich wahrscheinliche Kombinationen ergeben. Für die Pass Line kommt man über alle Phasen auf 244 Gewinne bei 495 gleich gewichteten Ausgängen, also rund 49,29 %.
Die Differenz ergibt die Formel (495 – 2 × 244) / 495 = 7 / 495, das sind 1,41 % Hausvorteil oder eine Auszahlungsquote von rund 98,6 %.
Bei Don’t Pass liegt der Wert bei 1,36 %, gerechnet auf alle Einsätze einschließlich der Pushes bei der 12. Die Odds-Wette, die Sie nach dem Point hinter die Pass Line legen dürfen, zahlt echte Quoten: 2:1 auf 4 und 10, 3:2 auf 5 und 9, 6:5 auf 6 und 8. Ihr Hausvorteil ist damit null, und genau deshalb begrenzen Casinos sie auf ein Vielfaches des Grundeinsatzes. Wie hoch dieses Limit ist, legt jeder Betreiber selbst fest.
Wo die Rechnung kippt
Place-Wetten auf 6 oder 8 zahlen 7:6 und kommen auf 1,52 %, was noch vertretbar ist. Die Einzelwurf-Wette Any Seven zahlt dagegen meist 4:1 bei einer echten Wahrscheinlichkeit von 1 zu 6, der Hausvorteil liegt dann bei 16,67 %. Bei der Field-Wette hängt der Wert davon ab, ob die 2 und die 12 doppelt oder dreifach zahlen, und das handhaben Anbieter unterschiedlich.
Viele Wettfelder bedeuten also keineswegs viele gute Wetten.
Craps online und typische Verwechslungen
Online begegnen Sie Craps in zwei Formen: als RNG-Spiel (Zufallsgenerator statt echter Würfel) und als Live-Casino-Variante mit Croupier und Kamera. Die Grundregeln bleiben gleich, die Details nicht. Auszahlungen für Field oder Hardways, das Odds-Limit und die Einsatzgrenzen variieren zwischen Studios und Betreibern, und eine pauschal beworbene Auszahlungsquote gilt fast immer nur für die günstigste Wette.
Was ich zuerst prüfe, ist deshalb die Hilfe- oder Paytable-Ansicht im Spiel selbst, weil dort die konkrete Version mit ihren Quoten steht.
Häufige Verwechslungen
Craps ist mit Sic Bo nicht zu verwechseln, das mit drei Würfeln und ganz anderen Wetten gespielt wird. Ebenso wenig ist „Craps“ als Würfelergebnis dasselbe wie das Spiel: Wer im Come-Out „Craps“ wirft, hat auf der Pass Line verloren, auf Don’t Pass aber bei 2 oder 3 gewonnen.
Gelegentlich taucht auch Street Craps auf, die private Variante ohne Bank, die mit dem Casinospiel kaum mehr als die Würfel teilt. Am Handy sind die vielen Felder auf kleinem Display die eigentliche Hürde; eine Version mit sauber skalierbarem Tisch ist dort mehr wert als zusätzliche Exotenwetten.
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