Drittkartenregel beim Baccarat

Volkan Kaya
Zuletzt aktualisiert am 28. Juli 2026, 10:34
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Die Drittkartenregel ist das fixe Regelwerk im Baccarat (Punto Banco), das festlegt, ob die Spieler- oder die Bankhand nach den ersten zwei Karten eine dritte Karte bekommt. Niemand am Tisch entscheidet darüber selbst, weder Sie noch der Croupier. Der Spieler zieht bei 0 bis 5 Punkten und bleibt bei 6 oder 7 stehen. Für die Bank gilt eine Tabelle (das sogenannte Tableau), die zusätzlich auf den Wert der dritten Spielerkarte schaut.

Drittkartenregel

So rechnet die Drittkartenregel

Gezählt wird immer nur die letzte Ziffer der Summe. Ein Ass zählt einen Punkt, Karten von 2 bis 9 ihren Nennwert, Zehner und Bildkarten zählen null. Eine Hand aus 7 und 8 ergibt also 15 und damit 5 Punkte.

Bevor überhaupt eine dritte Karte ins Spiel kommt, prüft der Tisch auf ein Natural (eine Starthand mit 8 oder 9 Punkten). Hat eine der beiden Hände ein Natural, ist die Runde sofort beendet, und keine Seite zieht mehr.

Ohne Natural ist zuerst der Spieler an der Reihe: Er zieht bei 0 bis 5 und steht bei 6 oder 7.

Das Tableau der Bank

Ist der Spieler stehen geblieben, folgt die Bank derselben einfachen Logik und zieht bei 0 bis 5. Hat der Spieler dagegen eine dritte Karte bekommen, entscheidet die Kombination aus dem eigenen Zweikartenwert der Bank und dem Wert dieser dritten Spielerkarte. Bei 0, 1 oder 2 zieht die Bank immer, bei 3 zieht sie außer bei einer gezogenen 8 des Spielers, und bei 4 zieht sie, wenn die dritte Spielerkarte zwischen 2 und 7 liegt. Mit 5 zieht die Bank nur gegen eine 4, 5, 6 oder 7, mit 6 ausschließlich gegen eine 6 oder 7. Bei 7 bleibt die Bank in jedem Fall stehen.

Ein Rechenbeispiel zeigt, wie das ineinandergreift. Der Spieler hält Ass und 4, also 5 Punkte, und zieht eine 6, womit er bei 11 und damit bei 1 Punkt landet. Die Bank hält Zehn und 6, also 6 Punkte, und weil die dritte Spielerkarte eine 6 ist, muss sie ziehen. Kommt eine 2, steht die Bank bei 8 Punkten und gewinnt die Runde.

Wo Ihnen die Regel im Casino begegnet

Im Online-Casino führt die Software das Tableau automatisch aus, egal ob es sich um eine RNG-Version (Zufallsgenerator statt echter Karten) oder um einen Tisch im live casino handelt. Am Live-Tisch zieht der Dealer nach denselben Vorgaben, und die Software prüft das Ergebnis mit. Sie sehen die Regel daher meist nur indirekt, wenn plötzlich eine dritte Karte aufgedeckt wird, ohne dass jemand etwas gewählt hat.

Ihr Einfluss beschränkt sich auf die Wette davor.

Varianten wie No-Commission- oder EZ-Baccarat ändern vor allem die Auszahlung auf bestimmte Bankgewinne, die Ziehregeln selbst bleiben in den Regelwerken, die wir gelesen haben, unverändert. Was ich bei einem neuen Tisch trotzdem zuerst prüfe, ist der Hilfe-Bildschirm des jeweiligen Anbieters, weil nur dort steht, welche Auszahlungen und Seitenwetten genau gelten. Manche Häuser hängen sogar eigene Seitenwetten direkt an das Tableau, etwa eine Wette darauf, dass die Bank mit 3 Punkten startet und der Spieler eine 8 als dritte Karte zieht. Solche Zusatzwetten sind von Tisch zu Tisch verschieden, und ihre Quoten sollten Sie stets in den Spielregeln des konkreten Tisches nachlesen.

Womit die Drittkartenregel verwechselt wird

Die häufigste Verwechslung kommt vom Blackjack. Dort entscheiden Sie selbst, ob Sie eine weitere Karte nehmen, beim Punto Banco dagegen haben Sie an dieser Stelle schlicht nichts zu entscheiden. Wer Baccarat-Strategien rund um das Ziehen verkauft bekommt, sollte deshalb misstrauisch werden.

Ebenfalls verbreitet ist die Annahme, eine dritte Karte verbessere die Hand. Weil nur die letzte Ziffer zählt, kann sie den Wert genauso senken, aus 5 Punkten wird mit einer 9 etwa eine 4.

Historische Formen wie Chemin de fer kannten bei bestimmten Punktständen noch eine echte Wahl, ob gezogen wird oder nicht. Das heute online verbreitete Punto Banco hat diese Freiheit durch das starre Tableau ersetzt, weshalb Erklärungen aus älteren Spielbüchern nicht eins zu eins auf moderne Tische passen.

Das Tableau ist schlicht die Mechanik des Spiels, kein Trick.

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