Prepaid-Karte im Casino
Eine Prepaid-Karte ist ein Zahlungsmittel mit vorab bezahltem Guthaben, das Sie nur bis zu genau diesem Betrag ausgeben können, ohne Kreditrahmen und ohne Überziehung. In Österreich sagt man dazu oft schlicht Wertkarte. Im Online Casino begegnet sie Ihnen fast immer an derselben Stelle, nämlich im Kassenbereich als Einzahlungsmethode. In der Liste der Auszahlungsmethoden fehlt sie dagegen meistens, und genau dort beginnen die Missverständnisse.

Was eine Prepaid-Karte technisch ist
Unter dem Begriff laufen zwei Produkte, die sich im Kassenbereich ganz unterschiedlich verhalten. Die erste Form ist der reine Code: Sie kaufen in der Trafik oder an der Tankstelle einen Gutschein mit 16-stelliger PIN, zahlen bar und tippen die Ziffern beim Einzahlen ein. paysafecard ist in Österreich das bekannteste Beispiel dafür.
Die zweite Form ist eine aufladbare Karte mit eigener Kartennummer, meist im Mastercard- oder Visa-Netz, die nur das aufgeladene Guthaben kennt.
Wer die Grenzen festlegt
Wie viel Sie mit einer Prepaid-Karte bewegen können, bestimmt der Herausgeber und nicht das Casino. Laut der österreichischen Gebühren- und Limitseite von paysafecard gilt ohne Konto ein Limit von 50 Euro pro Zahlung. Wer ein paysafecard-Konto anlegt, bekommt höhere Rahmen. Für Auszahlungen auf dieses Konto nennt der Anbieter 250 Euro pro Monat im Status Standard und 30.000 Euro pro Jahr im Status Unlimited, der eine Verifizierung voraussetzt.
Ob ein Casino diese Auszahlung überhaupt anbietet, ist eine zweite Frage, die nur dessen Kassenseite beantwortet. Bei aufladbaren Prepaid-Kreditkarten stehen Ladegrenze, Limits und Gebühren in den Bedingungen der ausgebenden Stelle, und weil sich diese Werte von Produkt zu Produkt stark unterscheiden, nennen wir hier bewusst keine Pauschalzahl.
Wo Spieler der Prepaid-Karte begegnen
Bei der Einzahlung wirkt die Prepaid-Karte unkompliziert. Sie wählen die Methode, geben den Code ein oder melden sich im Konto des Anbieters an, und das Guthaben erscheint in der Regel kurz danach im Spielerkonto.
In die andere Richtung sieht die Sache anders aus.
Viele Casinos akzeptieren Prepaid-Codes nur für Einzahlungen und verlangen für Gewinne eine andere Methode, häufig die Banküberweisung. Spätestens vor der ersten Auszahlung steht außerdem die KYC-Prüfung an, für die Sie einen Ausweis und oft einen Nachweis über das Zielkonto brauchen. Die Anonymität beim Kauf in der Trafik endet also dort, wo Geld zurückfließen soll. Auf einen gekauften Code selbst lässt sich nichts auszahlen, und das Wort „Sofortauszahlung“ trifft auch beim paysafecard-Konto nicht zu, weil davor die interne Prüfung des Casinos liegt.
Gebühren im Kleingedruckten
Was wir bei Prepaid-Codes immer zuerst nachlesen, ist die Bereitstellungsgebühr. paysafecard Österreich zieht laut eigener Gebührenseite ab dem zweiten Monat 3,30 Euro monatlich vom Restguthaben eines Codes ab. Für den Rücktausch von Restguthaben fallen 5 % des Betrags an, höchstens 5 Euro. Ein ruhendes Konto kostet ab dem 13. Monat ohne Transaktion 2,80 Euro im Monat – das Kleingedruckte arbeitet hier verlässlicher als jede Werbung.
Prepaid-Karte oder Debitkarte im Vergleich
Am häufigsten wird die Prepaid-Karte mit der Debitkarte verwechselt, weil beide ohne Kreditrahmen auskommen. Der Unterschied liegt darin, woher das Geld kommt und ob Gewinne auf demselben Weg zurückfließen können.
Prepaid-Karte | Debitkarte |
|---|---|
| Ausgaben auf das geladene Guthaben begrenzt | Ausgaben bis Kontostand oder Überziehungsrahmen |
| Code-Kauf auch ohne Bankkonto möglich | Setzt ein Girokonto voraus |
| Auszahlung meist nicht angeboten | Auszahlung bei vielen Casinos möglich |
| KYC spätestens vor der Auszahlung | KYC spätestens vor der Auszahlung |
| Ohne Konto 50 Euro pro paysafecard-Zahlung | Limit laut Bank und Casino |
Womit die Prepaid-Karte verwechselt wird
Prepaid-Karte und E-Wallet landen im Kassenbereich oft in derselben Gruppe, obwohl sie verschieden funktionieren. Ein E-Wallet wie PayPal ist ein Konto, das Geld senden und empfangen kann, während ein Prepaid-Code ein einmal bezahltes Guthaben ohne Rückweg ist.
Unscharf wird die Grenze beim paysafecard-Konto, das zwischen beiden Welten liegt.
Wer dort Codes zusammenführt, kann je nach Casino Auszahlungen empfangen, allerdings nur innerhalb der genannten Payout-Limits. Ebenso irreführend ist die Bezeichnung Prepaid-Kreditkarte: Sie trägt ein Kreditkartenlogo, gewährt aber keinen Kredit. Ob ein Casino sie wie eine Kreditkarte behandelt, steht in dessen Zahlungsbedingungen, und manche Anbieter lehnen Prepaid-Kartennummern ausdrücklich ab.
Ein Rechenbeispiel zeigt, wo das Budgetargument endet. Sie kaufen einen Code über 50 Euro und zahlen 30 Euro ein, sodass 20 Euro auf dem Code bleiben. Lösen Sie den Rest nicht ein, ziehen sechs Bereitstellungsgebühren zu je 3,30 Euro insgesamt 19,80 Euro ab, und vom Restguthaben sind nur noch 20 Cent übrig.
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