Wettmarkt: Bedeutung und Marge
Ein Wettmarkt ist die Gesamtheit aller Ausgänge, die ein Buchmacher zu einer bestimmten Frage eines Ereignisses anbietet, jeder davon mit eigener Quote – etwa Heimsieg, Remis und Auswärtssieg beim klassischen 1X2. Zu einem einzigen Fußballspiel gibt es oft Dutzende solcher Märkte, von Über/Unter-Toren bis zum Handicap. Wer den Begriff verstanden hat, sieht auch, warum man die Quoten eines Markts gemeinsam betrachten muss: Erst ihre Summe zeigt, wie viel Marge der Anbieter einbehält.

Was ein Wettmarkt genau umfasst
Ein Markt besteht immer aus einer Frage und den Antworten darauf, die einander ausschließen. Beim Markt „Über/Unter 2,5 Tore“ gibt es genau zwei Ausgänge, beim 1X2 drei, beim Torschützenmarkt unter Umständen zwanzig oder mehr. Die einzelne Antwort, auf die man setzt, heißt Auswahl oder Tipp.
Entscheidend ist, dass die Ausgänge eines Markts zusammen jedes mögliche Ergebnis abdecken.
Begegnen wird man dem Begriff vor allem auf der Eventseite eines Buchmachers, wo unter einem Spiel die Zahl der verfügbaren Märkte angezeigt wird. Wie Anbieter ihre Märkte gruppieren und benennen, ist allerdings nicht einheitlich: Manche führen die Doppelte Chance als eigenen Markt, andere als Unterpunkt des 1X2, und bei Live-Wetten werden einzelne Märkte während des Spiels kurz gesperrt und wieder geöffnet. Die bloße Anzahl der Märkte sagt deshalb wenig über die Qualität eines Angebots aus.
Rechtlich ist der Wettmarkt in Österreich kein eigener Begriff. Sportwetten fallen laut OGH nicht unter das Glücksspielgesetz des Bundes, sondern sind Landessache und in neun eigenen Landesgesetzen geregelt, etwa im Salzburger Wettunternehmergesetz.
Marge und Quotenschlüssel berechnen
Jede Dezimalquote lässt sich in eine Wahrscheinlichkeit umrechnen, indem man 1 durch die Quote teilt. Addiert man diese Werte über alle Ausgänge eines Markts, erhält man den Quotenschlüssel, im Englischen Overround genannt.
Die Formel lautet: Marge = (1/Quote 1 + 1/Quote 2 +… + 1/Quote n) – 1.
Ein Beispiel mit glatten Zahlen: Ein Zweiweg-Markt bietet für beide Seiten eine Quote von 1,90. Jede Seite steht damit für 52,63 Prozent, zusammen ergibt das 105,26 Prozent und eine Marge von 5,26 Prozent. Setzt man 100 Euro auf jede Seite, zahlt der Buchmacher in jedem Fall 190 Euro aus und behält 10 Euro von 200 Euro Einsatz.
Diese 10 Euro sind 5 Prozent, nicht 5,26. Die Marge über 100 Prozent und der tatsächlich einbehaltene Anteil der Einsätze, im Englischen Hold, sind zwei verschiedene Zahlen; den Hold erhält man, indem man die Marge durch den Quotenschlüssel teilt. Viele Vergleichsseiten nennen nur eine der beiden Kennzahlen, ohne dazuzuschreiben, welche gemeint ist.
Bei Kombiwetten multipliziert sich die Marge.
Zwei solche Auswahlen zu je 1,90 ergeben eine Kombiquote von 3,61, während die faire Quote ohne Marge bei 2,00 mal 2,00, also 4,00 läge. Man bekommt damit nur gut 90 Prozent des fairen Werts, der Abschlag steigt von 5 auf knapp 10 Prozent.
Hauptmarkt und Spezialmarkt im Vergleich
Hauptmärkte wie 1X2 oder Über/Unter werden stark gewettet und knapp kalkuliert, Spezialmärkte wie Torschützen oder Eckbälle deutlich weniger. Für die Gegenüberstellung zählt die Rechnung von oben, nicht die Zahl der Auswahlmöglichkeiten.
Hauptmarkt (z. B. 1X2) | Spezialmarkt (z. B. Torschütze) |
|---|---|
| Wenige Ausgänge, Marge leicht nachzurechnen | Viele Ausgänge, Marge schwer zu überblicken |
| Quotenschlüssel meist nahe 100 Prozent | Quotenschlüssel oft deutlich höher |
| Wenige Fragen pro Spiel | Breite Auswahl an Fragen zum selben Spiel |
| In Kombiwetten geringerer Abschlag | Höhere Marge vervielfacht sich in Kombis |
Womit der Wettmarkt verwechselt wird
Der häufigste Fehler ist, Wettmarkt und Wettart gleichzusetzen. Die Wettart beschreibt die Form des Wettscheins, etwa Einzel- oder Kombiwette, während der Markt die Frage festlegt, auf die man eine Antwort tippt. Ein Kombischein kann Auswahlen aus ganz unterschiedlichen Märkten verbinden.
Ebenso oft wird die Quote mit dem Markt verwechselt.
Eine Quote gehört immer zu genau einer Auswahl, der Markt fasst alle Quoten zu einer Frage zusammen. Erst im Markt lässt sich die Marge ablesen, denn eine einzelne Quote von 2,10 sagt für sich genommen nichts darüber, ob sie günstig ist. Dazu kommt, dass „Wettmarkt“ in Wirtschaftstexten auch den gesamten Sportwettenmarkt eines Landes mit seinen Umsätzen und Anbietern bezeichnet. Auf der Eventseite eines Buchmachers ist dagegen immer die einzelne Frage zu einem Spiel gemeint.
Was ich bei jedem Markt zuerst prüfe, ist die Summe der Kehrwerte, bevor ich mir eine einzelne Quote überhaupt genauer ansehe.
Verwandte Begriffe
Mehr über Online Casinos
Neueste Ratgeber

- Boni
- Strategie


