Langzeitwette (Outright)
Eine Langzeitwette ist eine Sportwette auf ein Ergebnis, das erst nach Wochen oder Monaten feststeht, etwa auf den Meistertitel, den Turniersieg oder den Torschützenkönig einer Saison. Im Wettprogramm heißt sie oft Outright oder Antepost-Wette. Abgerechnet wird sie, sobald die Entscheidung gefallen ist, und das kann auch einige Runden vor dem letzten Spieltag sein. Für ihre Bewertung zählen zwei Dinge, die man am Wettschein nicht sieht: die Marge, die in einem Markt mit vielen Teilnehmern steckt, und die lange Bindung des Einsatzes, die mit Bonusfristen kollidiert.

Wie man die Marge einer Langzeitwette berechnet
Jede Quote lässt sich in eine Wahrscheinlichkeit umrechnen, indem man 1 durch die Quote teilt. Addiert man diese Werte über alle Teilnehmer eines Marktes, liegt die Summe beim Buchmacher über 100 Prozent. Der Überhang ist seine Marge, im Englischen Overround genannt.
Die Formel lautet: Marge = Summe aller (1 ÷ Quote) – 1.
Ein vereinfachter Markt mit vier Teams zeigt die Wirkung. Die Quoten 2,00, 4,00, 5,00 und 5,00 ergeben 50 + 25 + 20 + 20 = 115 Prozent. Von 100 Euro Gesamteinsatz fließen damit rechnerisch nur rund 87 Euro an die Wettenden zurück, denn 100 ÷ 1,15 ergibt 86,96.
In der österreichischen Bundesliga stehen zwölf Klubs im Meistermarkt, bei einer Weltmeisterschaft sind es Dutzende Nationalteams, und jede einzelne Außenseiterquote trägt ihren Anteil zur Summe bei. Wie hoch die Marge in Langzeitmärkten ausfällt, ist zwischen den Anbietern und zwischen den Wettbewerben verschieden, einen allgemein gültigen Richtwert gibt es dafür nicht. Man rechnet sie deshalb selbst nach, bevor man eine hohe Quote für ein Schnäppchen hält. Eine Quote von 15,00 auf einen Außenseiter wirkt großzügig, sagt aber ohne die Summe des ganzen Marktes nichts über ihren Wert aus.
Warum Langzeitwetten beim Bonusumsatz kaum zählen
Für das Freispielen eines Wettbonus taugt die Langzeitwette kaum, und der Grund ist die Frist. Ein Bonus von 100 Euro mit fünffachem Umsatz verlangt 500 Euro an Einsätzen, häufig innerhalb von 30 Tagen. Ein Meistertipp aus dem Herbst wird dagegen erst im Frühjahr abgerechnet.
Viele Buchmacher schließen Langzeitwetten in ihren Bonusbedingungen ausdrücklich vom Umsatz aus. Andere werten eine Wette erst bei ihrer Abrechnung, und manche Regeln lassen nur Wetten gelten, die binnen einer kurzen Spanne nach der Platzierung entschieden werden. In den Bonus-FAQ von Betfair steht etwa, dass Bonus und offene Gewinne verfallen, wenn eine Wette erst nach Ablauf des Bonus abgerechnet wird.
Ein höherer Bonus ändert daran nichts, er erhöht nur den Umsatz, den man in derselben Frist schaffen muss.
Was ich in den Bedingungen zuerst suche, ist der Absatz zu den zugelassenen Wettarten und zum Zeitpunkt, an dem eine Wette als umgesetzt gilt. Steht dort nichts Eindeutiges, lässt sich die Regel vor der Einzahlung beim Support schriftlich erfragen. Wer trotzdem eine Langzeitwette mit Bonusguthaben platziert, bindet einen Teil davon bis zum Saisonende. Liegen von 100 Euro Bonus 20 Euro im Meistertipp, bleiben für die 500 Euro Umsatz zu Beginn nur 80 Euro für alle übrigen Wetten.
Langzeitwette, Kombiwette und Livewette abgrenzen
Häufig wird die Langzeitwette mit einer Kombiwette verwechselt, die Spiele über mehrere Wochen bündelt. Eine Kombi besteht aus einzelnen Partien, deren Quoten multipliziert werden, während die Langzeitwette ein einziger Tipp auf ein Gesamtergebnis ist. Enthält eine Kombi ein Langzeit-Bein, wird der ganze Schein erst abgerechnet, wenn dieses entschieden ist.
Eine Wette auf ein einzelnes Spiel ist keine Langzeitwette, auch wenn man sie Wochen vor dem Anpfiff platziert.
Mit der Livewette teilt sie die bewegliche Quote. Langzeitquoten ändern sich nach jedem Spieltag, nach Verletzungen oder Trainerwechseln, und viele Anbieter halten den Markt die ganze Saison über offen. Wer im Jänner auf den Meister setzt, bekommt eine andere Quote als im August, weil ein halbes Jahr an Information eingepreist ist.
Zwei Punkte regeln die Wettbestimmungen des jeweiligen Anbieters und nicht ein einheitlicher Standard. Beim Cash-out erlauben manche Buchmacher den vorzeitigen Ausstieg aus einer Langzeitwette, andere nicht, und der angebotene Betrag enthält erneut eine Marge. Bei geteilten Plätzen, etwa zwei Torschützenkönigen mit gleich vielen Treffern, wenden viele Anbieter die Dead-Heat-Regel an, bei der der Einsatz durch die Zahl der Sieger geteilt wird.
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