Cash Game im Poker

Volkan Kaya
Zuletzt aktualisiert am 28. September 2026, 16:15
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Ein Cash Game (auch Ring Game genannt) ist eine Pokerform, bei der jeder Chip am Tisch direkt einem Geldbetrag entspricht und Sie jederzeit einsteigen oder aufstehen können. Die Blinds (Pflichteinsätze vor dem Austeilen der Karten) bleiben während der gesamten Session gleich hoch, während sie im Turnier laufend steigen. Der Pokerraum verdient am Cash Game über den Rake, also einen prozentuellen Anteil am Pot mit Obergrenze. In Online-Lobbys steht das Format meist als eigener Reiter neben Turnieren und Sit & Go.

Cash Game

So funktioniert ein Cash Game am Pokertisch

Am Cash-Game-Tisch kaufen Sie sich mit einem Betrag ein, der innerhalb einer vom Anbieter festgelegten Spanne liegen muss. Diese Spanne wird üblicherweise in Big Blinds angegeben, die Grenzen setzt aber jeder Pokerraum selbst. An einem Tisch mit Blinds von 0,05 € und 0,10 € entsprechen 100 Big Blinds genau 10 €.

Fällt Ihr Stack, dürfen Sie zwischen den Händen nachkaufen, solange Sie das Tischmaximum nicht überschreiten.

Wie der Rake berechnet wird

Der Rake ist die Gebühr des Hauses und wird direkt aus dem Pot genommen. Branchenüblich sind 2,5 bis 10 Prozent des Pots, gedeckelt durch einen Rake-Cap (Höchstbetrag pro Hand). Online liegt der Satz meist näher bei 5 Prozent, in Live-Pokerräumen sind 10 Prozent keine Seltenheit. Die meisten Räume wenden die Regel „No Flop, No Drop“ an: Endet eine Hand vor dem Flop, wird kein Rake abgezogen.

Ein Rechenbeispiel zeigt die Logik. Beträgt der Pot 80 € und der Rake 5 Prozent, gehen 4 € an das Haus und 76 € an den Gewinner, sofern der Cap nicht schon früher greift. Bei kleinen Limits entscheidet daher der Prozentsatz über die Kosten, bei höheren Limits eher die Höhe des Caps, weil große Pots ihn regelmäßig erreichen. Welcher Raum günstiger ist, lässt sich deshalb nur für ein konkretes Limit beantworten.

Cash Game und Pokerturnier im direkten Vergleich

Am häufigsten wird das Cash Game mit dem Turnier verwechselt, obwohl beide dieselben Pokerregeln verwenden. Die Unterschiede liegen in der Struktur, und die Tabelle zeigt, welches Format bei welchem Kriterium im Vorteil ist.

Cash Game

Turnier

Einstieg jederzeit, ein freier Platz genügtFixe Startzeit, Nachmeldung nur begrenzt
Verlust nur durch Bankroll begrenztMaximal Buy-in plus etwaige Re-Entrys
Blinds bleiben konstantBlinds steigen in festen Levels
Rake aus jedem Pot mit FlopGebühr im Buy-in enthalten
Gewinn wächst nur Hand für HandHohe Preise im Verhältnis zum Einsatz
Sessiondauer frei wählbarDauer hängt vom Turnierverlauf ab

Wo Ihnen Cash Games im Online-Casino begegnen

In der Poker-Lobby sind Cash Games nach Variante, Limit und Tischgröße sortiert. Texas Hold’em und Omaha sind die gängigen Varianten, bei der Tischgröße unterscheidet man Full Ring mit bis zu neun oder zehn Plätzen von 6-Max-Tischen. Das österreichische Angebot win2day führt Cash Games als eigene Kategorie neben Pokerturnieren und dem Format Twister Poker.

Limits erscheinen oft als Kürzel wie NL10, wobei NL für No Limit steht und die Zahl meist das maximale Buy-in in Euro angibt.

Was ich in einer Lobby zuerst prüfe, ist der Filter für belegte Tische. Eine lange Liste mit Dutzenden Limits wirkt beeindruckend, nützt aber wenig, wenn an den meisten Tischen niemand sitzt. Ein kleiner Pokerraum mit wenigen gut besetzten Tischen ist für Cash Games praktischer als ein großes Angebot leerer Plätze. Am Handy kommt hinzu, dass die App die Tischauswahl übersichtlich darstellen muss, weil auf einem kleinen Display sonst wichtige Angaben wie Rake oder Spielerzahl verschwinden.

Womit der Begriff Cash Game oft verwechselt wird

Manche Casinoseiten verwenden „Cash Game“ locker für jedes Spiel mit Echtgeld. Das ist ungenau, denn auch ein Slot oder ein Pokerturnier wird mit echtem Geld gespielt, ohne ein Cash Game zu sein.

Sit & Go klingt flexibel, ist aber ein Turnier.

Es startet, sobald alle Plätze belegt sind, und folgt dann steigenden Blinds bis zum Sieger. Auch Rakeback hat mit dem Format selbst nichts zu tun: Es handelt sich um eine Rückvergütung eines Teils des bezahlten Rakes, deren Höhe und Bedingungen jeder Anbieter selbst festlegt.

Schließlich lohnt der Blick auf die Kennzahlen. Im Cash Game spielen Sie gegen andere Spieler und nicht gegen das Haus, deshalb gibt es dort keine RTP wie beim Slot oder beim Roulette. Ihre Kosten sind allein der Rake, und Ihr Ergebnis hängt von den Entscheidungen am Tisch ab. Wer also eine Auszahlungsquote für ein Cash Game sucht, findet keine, und eine solche Zahl in einem Werbetext wäre zu hinterfragen.

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