Falsche Gewinnmails: Betrüger versprechen 675.000 Euro und missbrauchen den Namen eines Salzburger Anwalts
Wer derzeit eine E-Mail über einen Gewinn von 675.000 Euro bei den Österreichischen Lotterien im Postfach findet, sollte sie nicht beantworten. Die Nachricht ist gefälscht und wird laut dem Salzburger Rechtsanwalt Peter Harlander quer durch Österreich in großem Stil verschickt. Harlander ist Hauptgesellschafter und Geschäftsführer der Harlander & Partner Rechtsanwälte GmbH, und genau sein Name wird in den Mails als Ansprechpartner für die Auszahlung genannt.
Am Dienstag, dem 27. Oktober 2026, stellte er in einer Presseaussendung klar, dass es sich um einen Betrugsversuch handelt. Auch die Österreichischen Lotterien warnen auf ihrer Website vor den falschen Gewinnbenachrichtigungen.

So ist die gefälschte Gewinnmail aufgebaut
Die Mail behauptet, der Empfänger habe bei den Österreichischen Lotterien 675.000 Euro gewonnen. Um das Geld zu bekommen, solle man sich bloß mit „Herrn Rechtsanwalt Magister Peter Harlander“ in Verbindung setzen.
Gezeichnet ist das Schreiben mit dem Namen von Erwin van Lambaart, dem Generaldirektor der Österreichischen Lotterien, dazu kommt das Logo des Unternehmens. Laut „Der Standard“ wirken die Logos allerdings eigenartig verzerrt, und die Aufmachung des Schreibens macht insgesamt einen eher amateurhaften Eindruck.
Harlander selbst beschreibt das Ziel der Täter so: Die Mail diene „zur Gewinnung von Daten der Adressaten und in weiterer Folge wohl zur Erwirkung von Überweisungen durch die angeblichen Gewinner an die Betrüger“. Weder die Absenderadressen noch die im Schreiben angegebene Adresse bei einem Gratis-Maildienst gehören zu seiner Kanzlei. Die Lotterien, ihr Vorstand und seine Person würden missbraucht, um bei den Empfängern Vertrauen zu erzeugen, und eine Möglichkeit, den Versand selbst zu stoppen, gebe es nach seinen Angaben nicht.
Das Ausmaß ist beachtlich.
„Wir erhalten quer durch Österreich täglich mehrfach Zusendungen von Personen, die uns auf den Missbrauch meines Namens aufmerksam machen wollen“, sagte Harlander. Er hat Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet und den Betreiber des Mail-Dienstes aufgefordert, die missbräuchlich verwendete Adresse zu sperren.
Was die Täter verlangen und wie Sie reagieren
Nach dem ersten Kontakt folgt laut Harlander meist die eigentliche Forderung: Die Opfer sollen Geld für angebliche Bearbeitungsgebühren, Notarkosten oder Steuern überweisen. Ist dieses Geld einmal weg, ist es nach seinen Worten „fast immer dauerhaft verloren“.
Viel Hoffnung auf eine Aufklärung macht der Anwalt nicht. Er geht „grundsätzlich jedoch nicht davon aus“, dass die Täter gefasst werden können, da sie zumeist vom Ausland aus operieren.
Was die Lotterien klarstellen
Die Österreichischen Lotterien halten auf ihrer Website fest, dass diese E-Mails nicht von ihnen stammen. Sie raten, nicht auf die Nachrichten zu antworten, keine persönlichen Daten oder Bankdaten bekannt zu geben und keinesfalls Geld zu überweisen. Für eine Gewinnauszahlung verlangt das Unternehmen nach eigenen Angaben niemals eine Vorauszahlung.
Diese eine Regel entlarvt die Masche.
Harlander geht noch weiter: Bei unerwarteten Gewinnen, Schenkungen oder Erbschaften sei „fast ausnahmslos von einem Betrugsversuch auszugehen“. Wer trotzdem unsicher ist, ob die Überraschung echt sein könnte, sollte vor jeder Bekanntgabe von Daten oder jeder Zahlung Rücksprache halten, etwa mit einem Anwalt, der eigenen Hausbank oder der Polizei. Haben Sie bereits Daten preisgegeben oder Geld überwiesen, ist eine Anzeige bei der Polizei der naheliegende nächste Schritt.



