OMV wird ab 2027 Hauptsponsor der Sporthilfe und folgt auf die Österreichischen Lotterien
Die Österreichische Sporthilfe stellt ihr Sponsoring neu auf: Mit Jahresbeginn 2027 wird der teilstaatliche Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV ihr Hauptsponsor und folgt damit auf die Österreichischen Lotterien. Das berichtete der KURIER am 24. Oktober 2026. Auslöser war ein Schreiben der Lotterien vom 30. Juni, mit dem die Tochter des teilstaatlichen Glücksspielkonzerns Casag den Sponsoring-Vertrag mit Ende 2026 aufkündigte. Die OMV hat laut dem Bericht einen Fünf-Jahres-Vertrag unterschrieben, die Partnerschaft selbst hatte der Konzern am 2. Oktober 2026 per Aussendung bekanntgegeben. Am Freitag einigten sich Sporthilfe und Lotterien außerdem auf eine weitere Zusammenarbeit in neuer Form.

Kündigung vom 30. Juni und der Fünf-Jahres-Vertrag
Die Österreichischen Lotterien waren laut KURIER mit Abstand der größte Sponsor der Sporthilfe und finanzierten deren Organisation und Verwaltung. Dadurch konnten alle übrigen Mittel direkt an die Sportlerinnen und Sportler fließen. Die Kündigung mit Ende 2026 kam für die gemeinnützige Organisation völlig überraschend, zumal die Lotterien seit ihrer Gründung vor 40 Jahren als enger Partner galten.
Die Sporthilfe suchte daraufhin einen neuen Hauptsponsor und fand ihn in der OMV, mit der vor Kurzem ein Vertrag über fünf Jahre abgeschlossen wurde.
Nach Informationen des KURIER soll künftig das OMV-Logo anstelle des Lotto-Logos im Schriftzug der Sporthilfe stehen. Die Sporthilfe-Gala, die ORF 1 in der Hauptsendezeit überträgt, soll ab 2027 den Namen OMV Sporthilfe-Gala tragen. Zur Höhe des neuen Engagements gibt es keine offizielle Zahl, der Bericht spricht von einem niedrigen einstelligen Millionenbetrag pro Jahr. Die OMV selbst hielt in ihrer Aussendung vom 2. Oktober fest, dass die konkreten Fördermaßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden.
Für die neue OMV-Chefin Emma Delaney ist die Kooperation das erste Projekt, das sie in einer Aussendung erwähnt. Als in Österreich verwurzeltes internationales Unternehmen freue man sich, „einen aktiven Beitrag zur Förderung künftiger Talente in Österreich und darüber hinaus zu leisten“. Die Partnerschaft gehe weit über klassisches Sponsoring hinaus, heißt es dort.
Lotterien bleiben Sponsor, aber mit kleinerem Beitrag
Casag-Sprecher Patrick Minhart begründete den Schritt gegenüber dem KURIER so: „Wir haben den Vertrag kündigen müssen, sollten wir etwas ändern wollen.“ Und weiter: „Wir werden aber sicher auch in Zukunft ein großer Sponsor bleiben.“
Am Freitag, zeitgleich mit den Recherchen der Zeitung, einigten sich Sporthilfe und Lotterien auf eine weitere Zusammenarbeit und eine Neuaufstellung des Sponsorings. So viel wie bisher wird aus dem Lotto künftig allerdings nicht mehr kommen. Der KURIER nennt für die Lotterien einen Betrag von rund einer Million Euro, ohne dass aus dem Bericht klar hervorgeht, ob sich diese Summe auf den alten Vertrag oder die neue Vereinbarung bezieht.
Einordnen lässt sich die Kündigung über die Lage im Konzern. Seit der Mehrheitsübernahme durch eine tschechische Gruppe ist laut KURIER im Casag-Konzern auch der Umgangston rauer geworden, und das am Vorabend der Neuvergabe der Lizenz. Wie sich das Lizenzverfahren auf das Sponsoring auswirkt, beschreibt der Bericht nicht, und Sie sollten daraus auch keine Prognose ableiten.
Ein Punkt bleibt vom privaten Sponsoring ausdrücklich unberührt.
Unabhängig von jedem Sponsoring-Vertrag fließen gesetzlich vorgeschrieben jährlich 120 Millionen Euro aus der Glücksspielabgabe der Lotterien in die Bundes-Sportförderung. Die 1971 gegründete Sporthilfe unterstützt derzeit 290 Sportlerinnen und Sportler auf dem Weg zur Spitze, die laut KURIER 90 Prozent der internationalen Medaillen holen.



