Bingo – Varianten und Regeln
Bingo ist ein Ziehungsspiel, bei dem Zahlen zufällig gezogen und auf vorab gekauften Spielscheinen markiert werden; gewonnen hat, wer als Erster ein vorher festgelegtes Muster vollständig abgedeckt hat. Ihre Zahlen wählen Sie dabei nicht selbst, sie stehen bereits auf dem Schein. Die zwei verbreitetsten Varianten arbeiten mit 75 oder 90 Kugeln und unterscheiden sich in Kartenformat und Gewinnstufen. Online übernimmt meist die Software das Markieren (Auto-Daub, also das selbsttätige Abhaken gezogener Zahlen).

Ablauf, Karten und Gewinnstufen beim Bingo
75-Ball-Bingo
Die Karte ist ein Raster aus 5 × 5 Feldern, deren Spalten mit B, I, N, G und O überschrieben sind. Jede Spalte deckt einen festen Zahlenbereich ab: B reicht von 1 bis 15, I von 16 bis 30 und so weiter bis O mit 61 bis 75. Weil das Mittelfeld frei bleibt, stehen auf einer Karte 24 Zahlen.
Welches Muster gewinnt, legt der Veranstalter vor jeder Runde fest, etwa eine waagrechte, senkrechte oder diagonale Linie, eine Buchstabenform oder die volle Karte, im Englischen „Blackout“ genannt.
90-Ball-Bingo
Der Schein, im Englischen „Ticket“, hat drei Reihen mit je neun Feldern. Jede Reihe trägt fünf Zahlen, insgesamt stehen 15 Zahlen auf dem Schein, die übrigen zwölf Felder bleiben leer. Gespielt wird in Stufen: zuerst eine Reihe, dann zwei Reihen und zuletzt das Full House mit allen 15 Zahlen. Das 90er-Format ist in Großbritannien und Europa verbreitet, das 75er-Format vor allem in den USA.
Aus dem Kartenformat ergibt sich eine harte Untergrenze, die beim Lesen von Gewinnversprechen hilft.
Ein Full House im 90-Ball-Bingo braucht mindestens 15 gezogene Kugeln, ein Blackout im 75-Ball-Bingo mindestens 24, weil das freie Mittelfeld schon als markiert gilt. In der Praxis liegt die Zahl der nötigen Ziehungen darüber, und wie weit, hängt von der Zahl der Scheine in der Runde ab. Je mehr Karten im Spiel sind, desto früher trifft irgendjemand das Muster, während die Chance Ihres einzelnen Scheins dabei sinkt.
Bingo bei den Österreichischen Lotterien
In Österreich sieht das Glücksspielgesetz (GSpG) vor, dass der Bund eine Konzession für Lotterien einschließlich elektronischer Lotterien vergeben kann. Bingo führen die Österreichischen Lotterien als Lotteriespiel, online angeboten über ihre Plattform win2day, die sich selbst als einzigen konzessionierten Anbieter von Online-Glücksspiel in Österreich bezeichnet.
Diese Variante folgt keinem der beiden internationalen Formate eins zu eins. Laut Spielbeschreibung gewinnt den Hauptpreis „Bingo“, wer alle 25 Zahlen seines Scheins markiert; weil kein Jackpot vorgesehen ist, wird so lange gezogen, bis es einen Gewinner gibt. Davor liegen Gewinnstufen mit den Namen „Box“ und „Ring“, und ein Gewinn in einer höheren Klasse schließt einen in einer niedrigeren nicht aus.
Die oberste Gewinnklasse heißt Bingo Multi Bonus und fällt nur, wenn Bingo vor der 44. gezogenen Zahl erreicht wird.
Rechnerisch ist das Fenster schmal: Bei 25 Zahlen auf dem Schein müssen höchstens 43 Ziehungen genügen, es dürfen also höchstens 18 gezogene Zahlen am eigenen Schein vorbeigehen. Bleibt der Multi Bonus unberührt, steigt sein Betrag laut Anbieter um 10.000 Euro, nach einem Treffer beginnt er wieder bei 50.000 Euro. Solche Summen lesen sich groß, über die Chance eines einzelnen Scheins sagen sie allerdings nichts aus.
Abgrenzung zu Keno, Zahlenlotto und Slots
Am häufigsten wird Bingo mit Keno verwechselt, weil beide Spiele von einer Zahlenziehung leben.
Beim Keno wählen Sie Ihre Zahlen selbst und werden nach einer Quotentabelle bezahlt, die sich nach der Zahl Ihrer Treffer richtet. Beim Bingo stehen die Zahlen fix auf dem gekauften Schein, und entscheidend ist, ob und wann ein Muster vollständig ist.
Ähnlich verhält es sich mit dem Zahlenlotto, das win2day als „Das andere Lotto“ bewirbt. Dort wählen Sie Zahlen von 1 bis 90 und erhalten bei einem Treffer ein Vielfaches des Einsatzes, ohne den Gewinn mit anderen teilen zu müssen. Mit 90-Ball-Bingo teilt es lediglich den Zahlenraum.
Bingo und RTP
Für Online-Bingo gibt es keine einheitliche Auszahlungsquote (RTP, Return to Player), die sich wie bei einem Slot an eine bestimmte Spielversion knüpfen ließe. Welcher Anteil des Kartenverkaufs in den Gewinntopf fließt, legt jeder Betreiber selbst fest, und bei wechselnder Teilnehmerzahl schwankt auch der Topf von Runde zu Runde. Nennt ein Anbieter dennoch eine Quote, behandeln wir sie als Angabe dieses einen Betreibers und als unbestätigt, solange keine Version oder Berechnungsgrundlage dabeisteht. Davon zu trennen sind Bingo-Slots und Mischformen wie Slingo, die Bingo-Elemente auf Walzen übertragen und eine vom Hersteller festgelegte RTP haben.
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