Bust (Überkauft) im Blackjack
Ein Bust (deutsch: überkauft) liegt im Blackjack vor, wenn die Punktesumme einer Hand 21 übersteigt; die Hand ist damit sofort verloren. Für Spieler gilt das auch dann, wenn sich der Dealer später ebenfalls überkauft, denn der Einsatz wird schon vorher eingezogen. Genau diese Reihenfolge ist einer der Gründe, warum das Haus am Blackjack-Tisch im Vorteil ist. Der Begriff begegnet Ihnen in Live-Casino-Streams ebenso wie an RNG-Tischen (Spielen mit Zufallsgenerator), meist als eingeblendetes „Bust“ direkt über der Hand.

So berechnet sich das Bust-Risiko
Ob eine weitere Karte zum Bust führt, hängt nur davon ab, wie viele Kartenwerte die Lücke bis 21 überspringen. Zehner, Buben, Damen und Könige zählen jeweils zehn Punkte und stellen damit vier von dreizehn Rängen. Das Ass zählt wahlweise eins oder elf, bei einer weichen Hand (soft hand, also einer Hand mit Ass als elf) lässt sich sein Wert noch zurückstufen.
Die Faustformel für harte Hände
Bei einer harten Hand, in der kein Ass mehr als elf zählt, rechnen Sie so: Zählen Sie die Ränge, deren Wert größer ist als 21 minus Handsumme, und teilen Sie durch 13. Bei 12 Punkten überkaufen nur die Karten mit zehn Punkten, also 4 von 13 Rängen oder rund 31 Prozent. Bei 13 Punkten sind es rund 38 Prozent, bei 14 rund 46 und bei 15 rund 54 Prozent. Mit 16 Punkten liegt das Risiko bereits bei rund 62 Prozent, und genau diese Hand gilt deshalb als die unangenehmste am Tisch.
Diese Rechnung ist eine Näherung, die von einem unendlich großen Kartenvorrat ausgeht. In einem echten Schuh mit sechs oder acht Decks verschieben die bereits ausgeteilten Karten das Ergebnis leicht, an der Größenordnung ändert das aber nichts.
Mit 11 Punkten oder weniger ist ein Bust durch eine einzelne Karte ausgeschlossen.
Wo Ihnen der Bust am Tisch begegnet
Die Spieler entscheiden zuerst, der Dealer zieht erst danach. Wer sich überkauft, verliert in diesem Moment, auch wenn der Dealer anschließend selbst über 21 kommt. Ein doppelter Bust ist also kein Remis, sondern ein Verlust für den Spieler.
Der Dealer hat dabei keine Wahl, er zieht nach fester Regel, bis er mindestens 17 erreicht. Ob er bei einer weichen 17 stehen bleibt (S17) oder noch einmal zieht (H17), legt der jeweilige Tisch fest; nachlesen lässt sich das im Info-Bereich des Spiels.
Dealer-Bust nach offener Karte
Wie oft sich der Dealer überkauft, hängt stark von seiner offenen Karte ab. Exakt gerechnete Tabellen für ein Spiel mit sechs Decks und S17 nennen bei einer offenen 6 rund 42 Prozent, bei einem Ass rund 17 Prozent. Unter H17 steigt der Wert beim Ass auf rund 20 Prozent, bei der 6 auf knapp 44 Prozent. Andere Tabellen weisen für das Ass deutlich weniger aus, vermutlich weil sie Runden mitzählen, in denen der Dealer sofort Blackjack hat. Prüfen Sie daher bei jeder Bust-Zahl, welche Regelvariante und welche Rechenmethode dahinterstehen, denn Werbegrafiken verraten das selten.
Manche Anbieter führen eine Seitenwette auf den Dealer-Bust; Namen und Auszahlungstabellen unterscheiden sich von Tisch zu Tisch, einen einheitlichen Standard gibt es dafür nicht.
Womit der Begriff verwechselt wird
Die häufigste Verwechslung stammt aus der Finanzsprache. Dort heißt „überkauft“ (overbought) ein Kurs, der laut einem Indikator wie dem RSI zu schnell gestiegen ist, und mit Blackjack hat das nichts zu tun.
Näher liegt der Push, also der Gleichstand mit dem Dealer, bei dem der Einsatz zurückgeht. Ein Push ist ein Ergebnis ohne Verlust, ein Bust ein Verlust ohne Vergleich der Hände. Auch beim Kartenspiel Siebzehn und Vier, das viele aus privaten Runden kennen, spricht man vom Überkaufen, die übrigen Regeln weichen dort aber vom Casino-Blackjack ab. Im Spielerjargon steht „bust“ außerdem für ein aufgebrauchtes Guthaben, was mit der einzelnen Hand nichts mehr zu tun hat.
Bleibt die Marketingseite: Wer mit einem „niedrigen Bust-Risiko“ wirbt, beschreibt eine Spielweise und keine Eigenschaft des Spiels. Die Wahrscheinlichkeiten ändern sich nur durch Regeln wie S17 oder H17 und durch die Zahl der Decks, nicht durch die Größe der Tischauswahl in der Lobby.
Ein weiches Ass schützt vor dem Bust mit der nächsten Karte, einen Gewinn garantiert es nicht.
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