Cheval im Roulette
Cheval (französisch für „Pferd“, vollständig „à cheval“) ist im Roulette eine Wette auf zwei benachbarte Zahlen, die mit 17:1 ausbezahlt wird, sobald eine der beiden fällt. Im englischsprachigen Raum und an vielen Online-Tischen heißt dieselbe Wette Split. Der Jeton liegt dabei genau auf der Linie zwischen den zwei Feldern, er „reitet“ also gewissermaßen auf ihr. Im französischen und europäischen Roulette mit nur einer Null deckt ein Cheval zwei von 37 Fächern ab.

Auszahlung und Gewinnchance beim Cheval
Die Auszahlung von 17:1 folgt direkt aus der Zahl der abgedeckten Felder: Ein Plein auf eine einzelne Zahl bringt 35:1, und zwei Zahlen teilen sich diesen Betrag ungefähr zur Hälfte. Bei einem Einsatz von 10 Euro erhalten Sie im Gewinnfall 170 Euro Gewinn plus den ursprünglichen Einsatz, also insgesamt 180 Euro zurück.
Die Trefferwahrscheinlichkeit liegt beim Roulette mit einer Null bei 2/37, das sind rund 5,41 Prozent. Rechnet man den Erwartungswert aus, ergibt sich (2 × 17 – 35) / 37 = -1/37, also ein Hausvorteil von 2,70 Prozent. Das ist exakt derselbe Wert wie beim Plein oder bei den einfachen Chancen, denn die Null belastet jede Wette dieses Tisches gleich.
Am amerikanischen Tisch mit Doppelnull sieht die Rechnung schlechter aus.
Dort deckt ein Cheval nur 2 von 38 Fächern ab, die Wahrscheinlichkeit sinkt auf 5,26 Prozent, und der Hausvorteil steigt auf 5,26 Prozent, obwohl die Auszahlung unverändert bei 17:1 bleibt. Eine Sonderregel wie La Partage (Rückgabe des halben Einsatzes bei Null) hilft beim Cheval übrigens nicht weiter, weil sie nur für die einfachen Chancen wie Rot oder Schwarz gilt. Wer also einen Tisch mit „besseren Regeln“ beworben sieht, sollte prüfen, ob diese Regeln die eigene Wettart überhaupt betreffen.
Wo Ihnen Cheval am Tisch begegnet
Als Cheval gelten nur Zahlen, die auf dem Tableau (dem Spielfeld mit den Zahlen) eine lange Kante teilen, also waagrecht oder senkrecht nebeneinander liegen. Zahlen, die sich nur diagonal an einer Ecke berühren, lassen sich nicht als Cheval setzen. Dazu kommen die drei Kombinationen mit der Null: 0-1, 0-2 und 0-3. Auf einem Tableau mit einer Null ergibt das insgesamt 60 mögliche Chevals, nämlich 24 waagrechte, 33 senkrechte und die drei Null-Paare.
In der Spielbank sagt der Croupier die Wette meist auf Französisch an, etwa „17-20 à cheval“, während Online-Tische überwiegend die englische Bezeichnung Split verwenden.
Online und am Handy
Beim RNG-Roulette und im Live Casino setzen Sie den Cheval, indem Sie den Jeton auf die Trennlinie ziehen oder tippen. Am Handy ist diese Linie schmal, und ein Tipp knapp daneben landet als Plein auf einer einzelnen Zahl. Wie gut eine Oberfläche das abfängt, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter: Manche Tische vergrößern das Tableau im Hochformat, andere zeigen den platzierten Einsatz vor der Bestätigung noch einmal an. Was ich bei solchen Tischen zuerst ansehe, ist die Einsatzübersicht, weil sie verrät, ob tatsächlich zwei Zahlen belegt sind.
Auch die Tischlimits für Chevals legt jeder Anbieter selbst fest, ein einheitlicher Standard existiert nicht.
Womit Cheval häufig verwechselt wird
Die häufigste Verwechslung betrifft das Wort Split selbst. Im Blackjack bedeutet Split das Teilen eines Kartenpaars in zwei eigenständige Hände, was mit der Roulette-Wette nichts zu tun hat, auch wenn beide Spiele im selben Live Casino nebeneinander laufen.
Innerhalb des Roulettes liegt die Verwechslung mit den Nachbarwetten nahe. Eine Transversale pleine deckt drei Zahlen einer Querreihe ab und zahlt 11:1, ein Carré umfasst vier Zahlen mit gemeinsamem Eckpunkt und zahlt 8:1. Wer den Jeton auf eine Kreuzung statt auf eine Linie legt, spielt also kein Cheval mehr, sondern ein Carré.
Ein eigener Fall ist die Finale à cheval.
Hier handelt es sich um eine Ansagewette, bei der mehrere Chevals auf einmal gesetzt werden, und zwar auf alle Zahlenpaare, deren Endziffern zwei gewählte Ziffern bilden. Die Finale à cheval 0/3 umfasst zum Beispiel die Paare 0/3, 10/13, 20/23 und 30/33, also vier Chevals mit insgesamt acht Zahlen. Jedes einzelne Paar zahlt weiterhin 17:1, die verlorenen Einsätze auf den anderen Paaren gehen aber vom Gewinn ab. Marketingtexte rechnen hier gern mit der höheren Trefferquote von 8/37 und vergessen den Rest; am Hausvorteil von 2,70 Prozent ändert die Bündelung nichts. Ob ein Online-Tisch Finales überhaupt als eigene Schaltfläche anbietet, hängt von der jeweiligen Software ab.
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