Even Money im Casino

Volkan Kaya
Zuletzt aktualisiert am 28. August 2026, 13:30
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Even Money (auf Deutsch etwa „gleiches Geld“) bezeichnet eine Auszahlung im Verhältnis 1:1, bei der der Gewinn genau dem Einsatz entspricht. Wer 10 Euro setzt und gewinnt, bekommt 10 Euro Gewinn und den Einsatz zurück, insgesamt also 20 Euro. Der Begriff taucht in drei Zusammenhängen auf: bei den einfachen Chancen am Roulettetisch, als eigenes Angebot im Blackjack und als Quote bei Sportwetten. Gemeint ist immer die Auszahlung, nie die Gewinnwahrscheinlichkeit – und genau dort beginnen die meisten Missverständnisse.

Even Money

So wird Even Money berechnet

Die Rechnung ist schlicht: Auszahlung gleich Einsatz mal eins, dazu kommt der Einsatz selbst zurück. In Dezimalquoten (der in Österreich üblichen Schreibweise bei Wettanbietern) entspricht das einer Quote von 2,00, in britischer Bruchschreibweise 1/1 oder „Evens“, in amerikanischer Notation +100.

Der Gesamtbetrag nach der Abrechnung ist also immer das Doppelte des Einsatzes.

Eine Quote von 2,00 entspricht rechnerisch einer impliziten Wahrscheinlichkeit (der aus der Quote abgeleiteten Gewinnchance) von 50 Prozent. Diese 50 Prozent sind allerdings nur ein Umrechnungswert. Ob das Ereignis tatsächlich so wahrscheinlich ist, sagt die Quote nicht – sie beschreibt den Preis, den der Anbieter festlegt, und nicht das Spielgeschehen. Bei Wetten enthält dieser Preis in der Regel eine Marge des Buchmachers, weshalb zwei gleich starke Seiten oft beide unter 2,00 notieren und selten beide genau darauf.

Wo Spieler auf Even Money treffen

Roulette: einfache Chancen

Am Roulettetisch zahlen die einfachen Chancen 1:1, also Rot oder Schwarz, Gerade oder Ungerade sowie 1–18 oder 19–36. Jede dieser Wetten deckt 18 Zahlen ab. Auf dem europäischen Kessel mit einer Null gewinnt sie daher in 18 von 37 Fällen, das sind 48,65 Prozent, und der Hausvorteil liegt bei 2,70 Prozent.

Beim amerikanischen Kessel mit Doppelnull sinkt die Chance auf 18 von 38, also 47,37 Prozent, bei gleicher Auszahlung.

Französisches Roulette kennt mit La Partage (bei Zero wird der halbe Einsatz zurückgegeben) und En Prison (der Einsatz bleibt für eine weitere Runde „gefangen“) zwei Regeln, die ausschließlich für einfache Chancen gelten und den Hausvorteil auf 1,35 Prozent halbieren. Ob ein Online-Tisch diese Regel tatsächlich anwendet, steht nur im Infobereich des jeweiligen Spiels. Der Name „French Roulette“ in der Lobby allein garantiert das nicht, und Varianten desselben Herstellers unterscheiden sich hier mitunter.

Blackjack: das Even-Money-Angebot

Im Blackjack ist Even Money ein konkretes Angebot. Es kommt nur, wenn Sie einen Blackjack (Ass plus Zehnerkarte) halten und die offene Karte des Dealers ein Ass ist. Nehmen Sie an, wird Ihre Hand sofort 1:1 ausgezahlt und ist beendet. Lehnen Sie ab, erhalten Sie die üblichen 3:2, sofern der Dealer keinen Blackjack hat; hat er einen, endet die Hand als Push (Unentschieden, der Einsatz kommt zurück).

Ob und wie das Angebot im Live-Casino oder am RNG-Tisch erscheint, regelt der jeweilige Spieleanbieter, eine einheitliche Praxis gibt es nicht.

Womit Even Money verwechselt wird

Die häufigste Verwechslung haben wir oben schon angesprochen: 1:1 heißt nicht 50:50. Beim Roulette fehlt die Null in der Rechnung vieler Spieler, und genau diese Null finanziert den Hausvorteil.

Die zweite betrifft Blackjack, wo Even Money wie ein Bonus klingt und mathematisch nichts anderes ist als eine Insurance (Versicherung, eine Nebenwette auf einen Dealer-Blackjack). Wer bei einem Blackjack die Versicherung mit dem halben Einsatz nimmt, landet in beiden Fällen bei genau einem Einsatz Gewinn – dasselbe Ergebnis, nur anders verpackt. Bei sechs Decks liegt die Chance, dass unter dem Ass eine Zehnerkarte liegt, bei rund 31 Prozent. Wer an einem 3:2-Tisch ablehnt, erzielt deshalb im Mittel etwa 1,04 Einsätze statt des fixen einen Einsatzes. Der freundliche Name ändert daran nichts.

Anders sieht es an Tischen aus, die einen Blackjack nur 6:5 auszahlen: Dort bringt das Ablehnen im Mittel weniger als die sichere 1:1-Auszahlung, und die Gleichsetzung mit der Insurance gilt nicht mehr. Was ich bei Blackjack-Tischen deshalb als Erstes prüfe, ist die Blackjack-Auszahlung in den Spielregeln.

Even Money ist eine Auszahlungsquote, kein Qualitätsmerkmal eines Spiels.

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