Manque und Passe beim Roulette
Manque und Passe sind die beiden einfachen Chancen beim Roulette, mit denen Sie auf eine Hälfte der Zahlen setzen: Manque deckt die Zahlen 1 bis 18 ab, Passe die Zahlen 19 bis 36. Ein Treffer wird im Verhältnis 1:1 ausbezahlt, Sie erhalten also Ihren Einsatz zurück und denselben Betrag als Gewinn dazu. Die Zero gehört zu keiner der beiden Hälften, und genau daraus ergibt sich der Vorteil der Bank. Wie hoch dieser ausfällt, hängt davon ab, welche Regel der Tisch bei Zero anwendet.

Herkunft der Begriffe und Lage am Tableau
Die Bezeichnungen stammen aus dem französischen Roulette und beschreiben eigentlich eine Bewegung: Manque heißt „fehlt“, weil die Zahl die Mitte bei 18 nicht überschritten hat, Passe heißt „überschritten“, weil sie darüber liegt. Auf dem klassischen Tableau (dem Setzfeld mit allen Wettmöglichkeiten) liegen beide Felder an den Längsseiten, neben Pair, Impair, Rouge und Noir.
Online-Tische übernehmen die französischen Namen eher selten.
In den meisten Spielen der Softwareanbieter stehen auf den Feldern schlicht „1–18“ und „19–36“, in englischsprachigen Oberflächen auch „Low“ und „High“. Gemeint ist immer dieselbe Wette, auch wenn die Beschriftung im Live Casino oft anders aussieht als im RNG-Spiel (einem per Zufallsgenerator berechneten Spiel) desselben Herstellers. Was ich zuerst kontrolliere, ist deshalb nicht der Name des Feldes, sondern welche Zahlen es tatsächlich abdeckt.
Trefferquote und Hausvorteil berechnet
Ein europäischer Kessel hat 37 Fächer, nämlich die Zahlen 1 bis 36 und eine einzige Zero. Auf Manque entfallen 18 davon, auf Passe ebenso 18, sodass die Trefferwahrscheinlichkeit für jede Hälfte bei 18/37 = 48,65 % liegt.
Daraus folgt der Bankvorteil direkt. Gewinnen Sie in 18 von 37 Fällen einen Einsatz dazu und verlieren ihn in den übrigen 19 Fällen, bleibt pro gesetztem Euro ein erwarteter Verlust von einem Siebenunddreißigstel, also rund 2,70 %. Die theoretische Auszahlungsquote (RTP, der langfristig rechnerisch ausgeschüttete Anteil der Einsätze) beträgt damit 97,30 %.
Mit einer Sonderregel für die Zero ändert sich diese Rechnung, weil der Verlust in einem der 37 Fälle nur noch zur Hälfte zählt: Ein Siebenunddreißigstel mal ein Halb ergibt 1,35 % Hausvorteil und eine Auszahlungsquote von 98,65 %. Dass die Bank die Zero bei einfachen Chancen teilt, ist allerdings keine Selbstverständlichkeit des Spiels, sondern eine Eigenschaft der jeweiligen Version, und genau an dieser Stelle trennen sich die Varianten, die unter ähnlichen Namen angeboten werden.
Am Gewinn selbst ändert keine dieser Regeln etwas.
Was bei Zero mit dem Einsatz passiert
Die Tabelle zeigt, was mit einem Einsatz auf Manque oder Passe geschieht, wenn die Kugel auf Zero fällt. Die Prozentwerte sind die rechnerischen Bankvorteile, wie sie auch Spielbanken in ihren Spielerklärungen für einfache Chancen ausweisen.
| Variante und Regel | Bei Zero | Hausvorteil |
|---|---|---|
| Europäisch, ohne Sonderregel | Einsatz verloren | 2,70 % |
| Französisch mit La Partage | Hälfte des Einsatzes zurück | 1,35 % |
| Französisch mit En Prison | Einsatz für nächsten Coup gesperrt | 1,35 % |
| Amerikanisch, 0 und 00 | Einsatz verloren | 5,26 % |
Häufige Verwechslungen und Fallstricke
Manque und Passe werden gern mit den Dutzendwetten verwechselt, die ebenfalls zusammenhängende Zahlenblöcke abdecken. Ein Dutzend umfasst aber nur zwölf Zahlen, etwa 12P (premier, 1–12) oder 12D (dernier, 25–36), und zahlt 2:1 statt 1:1.
Ein zweites Missverständnis ist rein sprachlich, denn Manque bedeutet in diesem Zusammenhang keinen Verlust.
Das Wort beschreibt nur die niedrige Hälfte des Zahlenkranzes, und ein Treffer auf Manque wird genauso ausbezahlt wie einer auf Passe. Keine der beiden Hälften ist „heiß“ oder „kalt“, auch wenn Statistikanzeigen am Tisch genau das nahelegen: Jeder Coup ist vom vorigen unabhängig, und die Permanenz (die Liste der zuletzt gefallenen Zahlen) sagt über den nächsten nichts aus.
Die folgenreichste Abweichung zwischen Anbietern betrifft die Zero-Regel. Ob ein Online-Spiel mit dem Namen „French Roulette“ La Partage oder En Prison tatsächlich anwendet, ist von Hersteller zu Hersteller verschieden, und bei En Prison regeln die Spielbedingungen außerdem unterschiedlich, was bei einer zweiten Zero in Folge passiert. Den Ausschlag gibt die Spielinformation im jeweiligen Titel, wo die Auszahlungsquote für die konkrete Version stehen sollte. Fehlt dort ein eigener Wert für einfache Chancen, behandeln wir die 98,65 % als unbestätigt und rechnen mit 97,30 %.
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