Hold im Glücksspiel
Hold ist der Anteil des eingesetzten oder eingewechselten Geldes, den ein Casino oder Buchmacher nach Abrechnung aller Spiele beziehungsweise Wetten tatsächlich behält, angegeben in Prozent. Je nach Bereich ändert sich allerdings die Bezugsgröße: Am Spieltisch rechnet man mit dem eingewechselten Geld, am Slot mit der Summe der Einsätze und bei Sportwetten mit der Marge in den Quoten. Wer zwei Hold-Werte vergleicht, muss deshalb zuerst klären, worauf sie sich jeweils beziehen.

Wie der Hold berechnet wird
Die Grundformel ist immer ein Bruch: Gewinn des Anbieters geteilt durch eine Bezugsgröße, multipliziert mit hundert. Strittig ist in der Praxis nur der Nenner, und genau dort entstehen die meisten Missverständnisse.
Am klassischen Spieltisch heißt der Nenner Drop. Gemeint ist das Bargeld, das Spieler am Tisch gegen Jetons tauschen, und nicht die Summe der einzelnen Einsätze. Kauft jemand Jetons um 200 Euro und verliert 30 Euro davon, beträgt der Hold 15 Prozent.
Bei Spielautomaten und in Online-Casinos gibt es keinen Drop im eigentlichen Sinn, weil kein Geld an einem Tisch eingewechselt wird. Dort teilt man den Gewinn des Anbieters durch den Handle, also durch alle Einsätze zusammen. Bei Sportwetten wiederum unterscheidet man den theoretischen Hold, der schon in den Quoten steckt, vom realisierten Hold nach Abrechnung der Wetten. Welche Variante ein Anbieter in Berichten oder Werbetexten meint, ist nicht einheitlich geregelt.
Der Hold ist immer ein Rückblick auf tatsächliche Ergebnisse.
Hold in Tischspiel, Slot und Sportwette
Die folgende Übersicht stellt die vier gängigen Lesarten mit glatten Rechenbeispielen nebeneinander. Die Beträge sind zur Veranschaulichung gewählt und stammen nicht aus Abrechnungen eines bestimmten Anbieters.
| Bereich | Formel | Beispielwerte | Ergebnis | Bezugsgröße |
|---|---|---|---|---|
| Tischspiel | Gewinn / Drop | 200 € Jetons, 30 € verloren | 15 % | Eingewechseltes Geld |
| Slot | Gewinn / Handle | 1.000 € Einsätze, 40 € verloren | 4 % | Summe der Einsätze |
| Sportwette theoretisch | 1 - 1 / Summe impliziter Wahrscheinlichkeiten | Quoten 1,90 / 1,90 | rund 5 % | Ausgeglichene Einsätze |
| Sportwette realisiert | Gewinn / Wetteinsätze | 10.000 € Einsätze, 700 € behalten | 7 % | Abgerechnete Wetten |
Hold, House Edge, RTP und Overround
Am häufigsten wird der Hold mit dem House Edge gleichgesetzt. Der House Edge ist aber ein theoretischer Wert pro Einsatz, der sich aus den Spielregeln ergibt, während der Hold misst, was am Ende tatsächlich übrig geblieben ist.
Der Unterschied wird am Tisch besonders groß, weil Jetons mehrfach eingesetzt werden. Bei Roulette mit einer Null liegt der House Edge bei 2,7 Prozent. Tauscht man 200 Euro und setzt diese Jetons immer wieder, bis insgesamt 1.000 Euro gesetzt sind, beträgt der erwartete Verlust 27 Euro. Bezogen auf den Drop sind das 13,5 Prozent Hold, also fast das Fünffache des House Edge, obwohl die Regeln dieselben geblieben sind.
Am Slot ist die Beziehung einfacher: Über sehr viele Drehungen nähert sich der Hold dem Wert hundert minus RTP. Ein Slot mit 96 Prozent RTP hält auf lange Sicht etwa 4 Prozent der Einsätze, kurzfristig weicht das Ergebnis aber stark ab.
Bei Sportwetten wird Hold oft als Synonym für Overround verwendet, mathematisch sind die beiden jedoch verschieden. Zwei Quoten von 1,90 ergeben zusammen 105,26 Prozent implizite Wahrscheinlichkeit, der Overround beträgt also 5,26 Prozent. Setzt man auf jede Seite 100 Euro, zahlt der Buchmacher 190 Euro aus und behält 10 von 200 Euro, das sind genau 5 Prozent.
Der Overround ist also stets etwas höher als der theoretische Hold.
Wo Spieler dem Hold begegnen
Spieler sehen den Hold selten als Zahl, sie spüren ihn aber an zwei Stellen: in der Quotenhöhe und beim Freispielen eines Bonus.
Beim Buchmacher steckt der theoretische Hold direkt in jeder Quote. Wer denselben Markt bei zwei Anbietern vergleicht, rechnet die impliziten Wahrscheinlichkeiten zusammen und sieht sofort, wer mehr einbehält. Bei Kombiwetten multiplizieren sich die Margen der einzelnen Märkte, weshalb der Anbieter dort einen deutlich größeren Anteil hält als bei der Einzelwette.
Beim Casino-Bonus zeigt sich, warum ein höherer Bonus nicht besser ist. Ein Bonus von 100 Euro mit 35-fachem Umsatz verlangt 3.500 Euro an Einsätzen, bei einem Slot mit 96 Prozent RTP bleiben davon im Mittel 4 Prozent beim Anbieter. Der erwartete Verlust beträgt damit 140 Euro und liegt über dem Bonus selbst. Ein Bonus von 50 Euro mit 20-fachem Umsatz verlangt nur 1.000 Euro Einsatz, und der erwartete Verlust sinkt auf 40 Euro.
Der kleinere Bonus ist in diesem Vergleich das klar günstigere Angebot, weil der Hold auf weniger Umsatz wirkt. Was ich daher zuerst prüfe, ist nicht die Bonushöhe, sondern das Produkt aus Umsatzanforderung und Hausvorteil der zugelassenen Spiele.
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