Nettospielertrag (NGR)

Christoph Horvath
Zuletzt aktualisiert am 31. Juli 2026, 16:01
  • Boni
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Der Nettospielertrag (NGR, Net Gaming Revenue) ist jener Betrag, der einem Glücksspielanbieter vom Bruttospielertrag bleibt, nachdem vertraglich oder intern festgelegte Posten wie Bonuskosten, Zahlungsgebühren, Abgaben oder Providerentgelte abgezogen wurden. Der Bruttospielertrag selbst ergibt sich aus den Einsätzen minus den ausgezahlten Gewinnen. Eine einheitliche, gesetzlich festgeschriebene NGR-Formel gibt es nicht: Welche Abzüge hineinzählen, legt jeder Anbieter oder jeder Vertrag selbst fest. Diese Unschärfe ist für Sie als Leser der eigentliche Punkt.

Nettospielertrag (NGR)

Wie der Nettospielertrag berechnet wird

Die Rechnung beginnt immer beim Bruttospielertrag, im Englischen Gross Gaming Revenue oder GGR, und zieht davon eine definierte Liste von Kosten ab. In Formelform lautet sie: NGR = Einsätze – ausgezahlte Gewinne – vereinbarte Abzüge. Am häufigsten tauchen in dieser Liste Bonuskosten, Glücksspielabgaben, Zahlungsgebühren, Chargebacks, Jackpot-Beiträge und Entgelte an Spieleprovider auf, allerdings in Kombinationen, die je nach Anbieter, Vertrag und Zweck des Berichts wechseln.

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel mit runden Zahlen zeigt, wie groß der Abstand zwischen beiden Größen werden kann. Setzen Spieler in einem Monat insgesamt 1.000.000 Euro ein und erhalten sie 920.000 Euro an Gewinnen zurück, beträgt der Bruttospielertrag 80.000 Euro. Zieht der Anbieter danach 12.000 Euro an Bonuskosten, 10.000 Euro an Abgaben, 3.000 Euro an Zahlungsgebühren und 5.000 Euro an Providerentgelten ab, bleiben als Nettospielertrag 50.000 Euro.

Aus 80.000 werden also 50.000 Euro.

Die Zahlen sind frei gewählt und sagen nichts über einen bestimmten Anbieter aus. Sie zeigen aber, warum zwei Berichte mit derselben Ausgangsbasis zu sehr unterschiedlichen NGR-Werten kommen können, sobald einer die Abgaben abzieht und der andere nicht. Wer eine NGR-Zahl liest, sollte deshalb zuerst die Liste der Abzüge suchen.

NGR und Bruttospielertrag im österreichischen Recht

Am häufigsten wird der Nettospielertrag mit dem Bruttospielertrag verwechselt, und gerade in Österreich hat diese Verwechslung eine rechtliche Seite. Das Glücksspielgesetz kennt den Begriff NGR nicht, es arbeitet mit den Jahresbruttospieleinnahmen. Nach § 57 Abs. 5 GSpG sind das die Einsätze abzüglich der ausgezahlten Gewinne eines Kalenderjahres, also eine Bruttogröße ohne Abzug von Bonus-, Zahlungs- oder Providerkosten.

Auf diese Bemessungsgrundlage stellt die Glücksspielabgabe für elektronische Lotterien ab, an denen die Teilnahme vom Inland aus erfolgt und die nicht über Video-Lotterie-Terminals laufen. In der derzeit geltenden Fassung des § 57 Abs. 2 GSpG beträgt sie 45 Prozent der Jahresbruttospieleinnahmen; frühere Fassungen nannten 40 Prozent, weshalb ältere Fachartikel noch diesen Wert zitieren. Für Glücksspielautomaten und Video-Lotterie-Terminals sieht § 57 Abs. 3 GSpG dagegen 30 Prozent der um die Umsatzsteuer verminderten Jahresbruttospieleinnahmen vor, vorbehaltlich der ermäßigten Abgabe nach Abs. 4.

Die Abgabe bemisst sich also am Bruttowert, nicht am Nettospielertrag.

Daraus folgt eine Reihenfolge, die in Branchenberichten gern verschwimmt: Die gesetzliche Abgabe wird auf die Bruttogröße berechnet und taucht im NGR anschließend als einer der Abzugsposten auf. Ein Anbieter mit einer Lizenz der Malta Gaming Authority oder der Curaçao Gaming Authority rechnet intern ebenfalls mit NGR, doch diese Lizenz ersetzt keine Konzession nach dem GSpG und sagt über die Rechtslage in Österreich nichts aus.

Wo Spieler dem Nettospielertrag begegnen

Auf der Spielerseite steht der Begriff selten offen in den Bedingungen, seine Logik wirkt aber an mehreren Stellen mit. Am deutlichsten zeigt er sich im Affiliate-Geschäft, denn Vergleichsseiten werden häufig mit einem Prozentanteil am NGR der von ihnen vermittelten Spieler vergütet. Was ich bei einer solchen Seite zuerst prüfe, ist deshalb, ob sie dieses Vergütungsmodell offenlegt.

Verwandt, aber nicht identisch ist die Basis vieler Cashback- und VIP-Programme. Dort wird meist mit den Nettoverlusten des einzelnen Spielers gerechnet, also mit Einsätzen minus Gewinnen auf seinem Konto, und ob Bonusguthaben dabei mitzählt, regelt jeder Anbieter in seinen eigenen Bedingungen unterschiedlich. Wie Sie die Begriffe im Einzelfall auseinanderhalten, entscheidet über den Betrag, den Sie zurückbekommen.

Ebenso wenig ist der NGR mit dem RTP zu verwechseln.

Der RTP beschreibt den theoretischen Anteil der Einsätze, den ein Spiel über sehr viele Runden an die Spieler zurückgibt, und ist eine Eigenschaft des Spiels. Der Nettospielertrag ist dagegen eine Buchhaltungsgröße des Anbieters über einen bestimmten Zeitraum, in die Bonusaktionen, Gebühren und Abgaben einfließen, die mit der Mathematik des einzelnen Spiels nichts zu tun haben.

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