Spielpause (Cooling-off) beim Glücksspiel
Eine Spielpause, im Englischen Cooling-off, ist eine freiwillige, zeitlich begrenzte Sperre des eigenen Spielkontos, die Sie selbst aktivieren und die nach Ablauf der gewählten Dauer von allein endet. Während dieser Zeit können Sie bei diesem Anbieter weder einzahlen noch spielen. Von der Selbstsperre unterscheidet sie sich durch die kürzere Laufzeit und dadurch, dass das Konto danach wieder offen ist. Wie lang die Pause sein darf und was in ihr erlaubt bleibt, regelt jeder Anbieter in seinen eigenen Bedingungen.

So funktioniert eine Spielpause beim Anbieter
Sie finden die Spielpause meist im Kontobereich unter einem Menüpunkt wie „Spielerschutz“, gelegentlich auch unter „Verantwortungsvolles Spielen“ oder „Limits“. Dort wählen Sie eine Dauer aus, bestätigen sie, und die Sperre greift sofort.
Eine einheitliche Mindest- oder Höchstdauer gibt es nicht, weil die Anbieter das Werkzeug unterschiedlich zuschneiden. Üblich sind Stufen von 24 Stunden bis zu mehreren Wochen, manche Häuser bieten unter derselben Bezeichnung auch Pausen von einigen Monaten an.
Entscheidend ist, dass die gewählte Frist in aller Regel nicht vorzeitig aufgehoben werden kann.
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt win2day, die Plattform der Österreichischen Lotterien: Dort lässt sich das Konto im Profil unter „Spielerschutz – Spielsperre“ für die gesamte Plattform oder nur für bestimmte Spielbereiche sperren. Laut den veröffentlichten Bedingungen wird die Sperre sofort wirksam, ist nicht rückgängig zu machen und läuft erst aus, wenn die angegebene Dauer verstrichen ist. Verwandt, aber kein Ersatz dafür ist die Wartefrist bei Limits: Eine Erhöhung des Zeitlimits wird bei win2day erst nach 72 Stunden gültig, während eine Senkung sofort gilt.
Spielpause, Selbstsperre und Abkühlphase unterscheiden
Drei Dinge laufen im Alltag oft unter demselben Etikett, obwohl sie rechtlich und praktisch verschieden sind.
Die Selbstsperre ist das längere Werkzeug, das Sie bewusst für Monate oder auf unbestimmte Zeit wählen. Für win2day kann sie über playsponsible.at auf unbestimmte Zeit beantragt werden, mit einer Mindestlaufzeit von sechs Monaten. Anders als die Spielpause endet sie nicht automatisch mit einem Datum, das Sie im Kontomenü angeklickt haben.
Die Abkühlphase ist dagegen keine freiwillige Entscheidung, sondern eine vom Gesetz vorgeschriebene Unterbrechung des Spiels. Die Regierungsvorlage zur Glücksspielreform (594 d.B.), die das Parlament im August 2026 dem Finanzausschuss zugewiesen hat, sieht bei Glücksspielautomaten eine verpflichtende Pause nach 90 Minuten Spielzeit vor, die 15 Minuten dauern soll. Sie trifft alle Spielerinnen und Spieler gleichermaßen und hat mit Ihrem Konto bei einem Online-Anbieter nichts zu tun.
Zusätzlich verwirrend ist, dass dieselbe Reform den Ausdruck „Cooling-off“ für Anbieter verwendet: Wer bisher ohne österreichische Konzession tätig war, muss sein Angebot laut Entwurf bis spätestens 31. Dezember 2026 einstellen, um überhaupt für eine neue Konzession infrage zu kommen. Mit dem Spielerschutz-Werkzeug in Ihrem Konto hat diese Phase nur den Namen gemeinsam.
Wo die Spielpause an ihre Grenzen stößt
Die größte Schwäche der Spielpause ist ihre Reichweite: Sie gilt nur bei dem Anbieter, bei dem Sie sie gesetzt haben. Selbst innerhalb einer Unternehmensgruppe ist das so, denn Casinos Austria, WINWIN und win2day verlangen laut playsponsible.at jeweils eine gesonderte Sperre.
Ein anbieterübergreifendes Sperrregister soll das ändern.
Laut Finanzministerium soll es betreiberseitige Sperren und Selbstsperren zentral erfassen und für Casino-, Automaten- und Online-Glücksspiel gelten, Lotto ausgenommen. Solange dieses Register nicht in Betrieb ist, müssen Sie bei jedem Konto, das Sie besitzen, selbst eine Pause oder Sperre setzen. Ob kurze Spielpausen dort überhaupt erfasst werden oder nur Selbstsperren, geht aus den veröffentlichten Unterlagen zur Reform nicht eindeutig hervor.
Was ich vor dem Aktivieren immer empfehle, ist ein Blick in die Bedingungen zu offenen Auszahlungen und laufendem Bonusguthaben, weil die Anbieter hier unterschiedlich verfahren. Steht dort nichts, fragen Sie den Support schriftlich, damit Sie die Antwort später vorlegen können.
Wenn eine Pause allein nicht reicht, erreichen Sie die Spielerschutz-Hotline der Casinos-Austria-Gruppe österreichweit kostenlos unter 0800 202 304. Die Spielsuchthilfe in Wien, Stolberggasse 26, 3. Stock, 1050 Wien, berät kostenlos unter 01/544 13 57, auch Angehörige.
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