Verlustlimit und Einsatzlimit richtig festlegen
Sie wollen vorab festlegen, wie viel Geld Sie beim Online-Glücksspiel höchstens setzen oder verlieren können, und finden im Spielerkonto mehrere ähnlich klingende Limits. Dieser Leitfaden erklärt, was ein Verlustlimit von einem Einsatzlimit unterscheidet und wie Sie beide Werte aus Ihrem Haushaltsbudget ableiten. Danach zeigen wir die Einrichtung Schritt für Schritt. Zum Schluss geht es darum, wo diese Werkzeuge versagen und welche Beratungsstellen in Österreich kostenlos weiterhelfen. Geprüft haben wir dafür die Spielerschutzseiten von win2day, die Hilfsangebote des Finanzministeriums und die angekündigte Reform des Glücksspielgesetzes.

Was Verlustlimit und Einsatzlimit unterscheidet
Sie stehen im Spielerkonto vor mehreren Limits und wissen nicht, welches davon Ihr Geld tatsächlich schützt.
Ein Einsatzlimit begrenzt die Summe aller Einsätze in einem Zeitraum, also jeden Betrag, den Sie auf einen Spin, eine Hand oder eine Wette setzen. Gewinne werden dabei nicht gegengerechnet, das Limit ist erreicht, sobald Ihre Einsätze zusammen die Grenze erreichen.
Ein Verlustlimit misst dagegen den Nettoverlust, also Einsätze minus Gewinne im gewählten Zeitraum. Wer 200 Euro setzt und 150 Euro zurückgewinnt, hat 50 Euro verloren und damit erst diesen Teil des Verlustlimits verbraucht.
Ein drittes Werkzeug ist das Einzahlungslimit, das nur regelt, wie viel Geld Sie auf das Spielerkonto überweisen dürfen. Beim österreichischen Konzessionär win2day ist genau dieses Limit verpflichtend: Laut Spielerschutzseite des Anbieters gilt es bis zum 26. Geburtstag pro Woche und danach pro Kalendermonat, ausbezahlte Beträge werden dabei nicht abgezogen. Unabhängige Testberichte nennen als Obergrenze 250 Euro pro Woche für Spielende unter 26 Jahren und 1.680 Euro pro Kalendermonat ab 26 Jahren, wobei Sie darunter jeden niedrigeren Betrag wählen können.
Welches der Limits für Sie am meisten bewirkt, hängt vor allem davon ab, wie schnell und mit welchen Beträgen Sie spielen. Wer an Slots viele kleine Einsätze in kurzer Folge tätigt, erreicht ein Einsatzlimit deutlich früher als ein Verlustlimit.
Verlustlimit und Einsatzlimit im direkten Vergleich
Die beiden Limits greifen an verschiedenen Stellen des Spiels. Die Gegenüberstellung zeigt, welches Werkzeug bei welcher Frage den genaueren Schutz liefert und wo beide gleich viel leisten.
Verlustlimit | Einsatzlimit |
|---|---|
| Begrenzt den tatsächlichen Geldverlust direkt | Begrenzt den Verlust nur indirekt über das Volumen |
| Gewinne schaffen neuen Spielraum im Zeitraum | Bremst das Spieltempo auch nach Gewinnen |
| Leicht mit dem Haushaltsbudget abzugleichen | Schwerer in einen festen Monatsbetrag zu übersetzen |
| Senkung wirkt in den meisten Fällen sofort | Senkung wirkt in den meisten Fällen sofort |
| Am wirksamsten zusammen mit einem Einzahlungslimit | Ergänzt Einzahlungs- und Zeitlimit sinnvoll |
Die passende Limithöhe aus dem Budget ableiten
Die richtige Höhe eines Limits ergibt sich aus Ihrem Haushalt, nicht aus dem Angebot des Casinos.
Rechnen Sie zuerst aus, was nach Miete, Energie, Kreditraten und Lebensmitteln im Monat tatsächlich übrig bleibt. Von diesem Rest nehmen Sie nur den Teil, dessen Verlust Sie nicht durch Verzicht an anderer Stelle ausgleichen müssten. Dieser Betrag ist Ihr Verlustlimit für den Monat.
Ein Rechenbeispiel: Bleiben Ihnen 300 Euro frei und wollen Sie davon höchstens 60 Euro verlieren, tragen Sie 60 Euro als monatliches Verlustlimit ein. Für das Einsatzlimit gibt es keine allgemein gültige Formel, weil der Wert stark vom Spiel abhängt. Ein Slot mit hohem RTP, also hoher theoretischer Auszahlungsquote, verbraucht ein Verlustlimit im Schnitt langsamer, die Schwankungen innerhalb einer Sitzung bleiben trotzdem groß.
Wählen Sie den Zeitraum so, dass er zu Ihrem Einkommen passt. Bei monatlichem Gehalt ist ein Monatslimit üblich, ein zusätzliches Wochenlimit verhindert, dass Sie das ganze Budget in den ersten Tagen verbrauchen.
Setzen Sie die Werte an einem ruhigen Tag fest, nicht direkt nach einer Sitzung mit Gewinn oder Verlust.
Limits im Spielerkonto Schritt für Schritt einrichten
Die Menüs heißen je nach Anbieter unterschiedlich, der Ablauf ist aber in den meisten Spielerkonten ähnlich. Die sechs Schritte führen vom Budget bis zur Kontrolle der gespeicherten Werte.
- Schritt 1
Freies Budget aus dem Haushalt errechnen
Ziehen Sie alle Fixkosten vom Monatseinkommen ab und legen Sie fest, welchen Teil des Rests Sie verlieren könnten, ohne an anderer Stelle sparen zu müssen. Dieser Betrag wird Ihr Verlustlimit. - Schritt 2
Spielerschutzbereich im eigenen Konto aufrufen
Melden Sie sich an und öffnen Sie im Profil den Bereich, der meist Spielerschutz, Verantwortungsvolles Spielen oder Limits heißt. Bei win2day liegt er in den Einstellungen unter Spielerschutz. - Schritt 3
Zeitraum für jedes Limit getrennt wählen
Legen Sie für Verlust- und Einsatzlimit jeweils fest, ob der Wert pro Tag, Woche oder Monat gilt. Ein Monatslimit mit zusätzlichem Wochenlimit verteilt das Budget gleichmäßiger über den Zeitraum. - Schritt 4
Beträge eintragen und die Änderung speichern
Tragen Sie die errechneten Beträge ein und bestätigen Sie die Eingabe. Setzen Sie im selben Menü auch ein Einzahlungslimit und, falls angeboten, ein Zeitlimit für die tägliche Spieldauer. - Schritt 5
Bestätigung und Wartefrist bei Erhöhungen prüfen
Kontrollieren Sie, ob das Konto die neuen Werte anzeigt. Senkungen wirken in der Regel sofort, Erhöhungen erst nach einer Wartefrist, die der Anbieter in seinen Spielerschutzregeln nennt. - Schritt 6
Limits bei jedem weiteren Anbieter setzen
Ein Limit gilt nur für das Konto, in dem Sie es eingetragen haben. Haben Sie Konten bei mehreren Anbietern, wiederholen Sie die Schritte überall und rechnen Sie die Beträge zusammen.
Wo Limits an ihre Grenzen stoßen
Ein Limit ist ein gutes Werkzeug, es hat aber Lücken, die Sie vor dem ersten Einsatz kennen müssen.
Die größte Lücke ist der Anbieterwechsel. Ein Limit gilt nur in dem Konto, in dem es eingetragen ist, und hindert Sie nicht daran, bei einem anderen Casino ohne jede Grenze weiterzuspielen. Ein zentrales, anbieterübergreifendes Sperrregister, das diese Lücke schließen soll, ist Teil der Reform des Glücksspielgesetzes, auf die sich die Regierung geeinigt hat. Der Entwurf sieht außerdem gesetzliche Einzahlungslimits von 250 Euro pro Woche bis 26 Jahre und 1.680 Euro pro Monat ab 26 Jahren vor. Hinzu kommen eine Abkühlphase nach 90 Minuten Spieldauer und ein Einsatzlimit von fünf Euro an Glücksspielautomaten, das auch für Online-Slots gelten soll. Ob alle Punkte in dieser Fassung in Kraft treten, haben wir nicht bestätigt; bis dahin schützt Sie nur, was Sie in jedem Konto selbst einstellen.
Reicht ein Limit nicht mehr, ist die Spielsperre der nächste Schritt. Bei win2day wirkt eine Sperre laut Anbieter sofort und kann nicht rückgängig gemacht werden.
Kostenlose Beratung in Österreich
Die Spielsuchthilfe in 1050 Wien, Stolberggasse 26, 3. Stock, ist unter 01 544 13 57 erreichbar, die Telefonberatung läuft werktags von Montag bis Freitag zwischen 11 und 13 Uhr. Die Glücksspiel-Hotline der Suchttherapie am AKH Wien hat die Nummer 0800 20 52 42. Fragen zum Spielerschutz nimmt auch die Stabsstelle für Spielerschutz im Finanzministerium, Johannesgasse 5, 1010 Wien, unter [email protected] entgegen.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen zu Verlust- und Einsatzlimits
Was ist der Unterschied zwischen Verlustlimit und Einsatzlimit?
Das Einsatzlimit zählt jeden gesetzten Euro, egal ob Sie gewinnen. Das Verlustlimit zählt nur den Nettoverlust, also Einsätze minus Gewinne im gewählten Zeitraum.
Lässt sich ein Limit sofort wieder erhöhen?
In den meisten Fällen nicht. Senkungen wirken sofort, Erhöhungen erst nach einer Wartefrist. Bei win2day gilt ein höheres Zeitlimit nach 72 Stunden, eine erneute Erhöhung des win2day Limits erst nach sieben Tagen.
Gilt ein Limit auch bei anderen Online-Casinos?
Nein. Ein Limit wirkt nur im Konto des Anbieters, bei dem Sie es eingetragen haben. Ein anbieterübergreifendes Sperrregister ist Teil der angekündigten Reform des Glücksspielgesetzes.
Welche Limits sind bei win2day verpflichtend?
Verpflichtend ist das win2day Limit, ein Einzahlungslimit. Testberichte nennen maximal 250 Euro pro Woche unter 26 Jahren und 1.680 Euro pro Kalendermonat ab 26 Jahren; niedrigere Werte sind jederzeit wählbar.
Welcher Zeitraum passt für das Verlustlimit?
Orientieren Sie sich an Ihrem Einkommen. Bei monatlichem Gehalt passt ein Monatslimit, ein zusätzliches Wochenlimit verhindert, dass das ganze Budget in den ersten Tagen aufgebraucht ist.
Wo gibt es Hilfe, wenn Limits nicht mehr reichen?
Die Spielsuchthilfe Wien berät kostenlos unter 01 544 13 57, werktags von 11 bis 13 Uhr. Die Glücksspiel-Hotline am AKH Wien erreichen Sie unter 0800 20 52 42.
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Was wir zuerst prüfen, ist die Spielweise: Bei schnellen Slots mit vielen kleinen Einsätzen bremst das Einsatzlimit früher, beim seltenen Spiel mit höheren Beträgen ist das Verlustlimit der klarere Maßstab. Wir empfehlen deshalb, beide zu setzen und zusätzlich ein Einzahlungslimit, weil jedes eine andere Lücke schließt.