Offshore-Casino: Begriff und Rechtslage

Christoph Horvath
Zuletzt aktualisiert am 17. Juli 2026, 16:40
  • Sicherheit
  • Strategie

Ein Offshore-Casino ist ein Online-Casino, das Spieler in Österreich anspricht, aber keine österreichische Konzession nach dem Glücksspielgesetz (GSpG) besitzt und stattdessen mit der Lizenz eines anderen Staates arbeitet, häufig der Malta Gaming Authority oder der Curaçao Gaming Authority. Der Begriff beschreibt die Herkunft der Erlaubnis, nicht die Qualität des Angebots.

Nach geltendem Recht sind Online-Casinospiele dem Glücksspielmonopol des Bundes nach § 3 GSpG vorbehalten, und die einzige Konzession dafür nützt win2day der Österreichischen Lotterien.

Offshore-Casino

Ausländische Lizenz statt österreichischer Konzession

Ob ein Anbieter als Offshore-Casino gilt, entscheidet die Frage, welche Behörde die Lizenz erteilt hat und ob diese in Österreich wirkt. Eine Lizenz der Malta Gaming Authority oder der Curaçao Gaming Authority lässt sich in deren Registern überprüfen, sie erlaubt das Spielangebot aber nur nach dem Recht des ausstellenden Staates.

Hier liegt der häufigste Irrtum: Mit EU-Lizenz ist nicht alles legal.

Nach dem EuGH-Urteil C-920/19 (Fluctus/Fluentum) beurteilt der OGH das österreichische Monopol als unionsrechtskonform, etwa in 3 Ob 72/21s, und eine maltesische Lizenz ersetzt die österreichische Konzession daher nicht.

Rechtsfolgen für Spieler in Österreich

Verträge mit einem Anbieter ohne österreichische Konzession sind nach ständiger Rechtsprechung des OGH absolut nichtig im Sinne des § 879 Abs 1 ABGB. Spieler können ihre Verluste deshalb zurückfordern, gestützt auf Bereicherungs- und Schadenersatzrecht; Sportwetten sind ausgenommen, weil sie in die Zuständigkeit der Länder fallen und nicht unter das GSpG.

Die Kehrseite zeigt OGH 8 Ob 21/24g: Auch der Anbieter kann ausbezahlte Gewinne zurückverlangen.

Bei Streit über Auszahlungen oder KYC-Prüfungen gibt es keine österreichische Aufsicht, an die Sie sich wenden können.

Abgrenzung und geplante Reform

Vom Offshore-Casino zu unterscheiden ist ein Anbieter ganz ohne Lizenz: Das Offshore-Casino ist anderswo reguliert, in Österreich aber nicht berechtigt. Über Fairness oder Auszahlungspraxis sagt der Begriff deshalb nichts aus.

Eine Regierungsvorlage zum Glücksspielreformgesetz sieht ein offenes Konzessionsverfahren für mehrere Online-Anbieter vor, verbunden mit Sperrregister, Einzahlungslimits und Netzsperren gegen Anbieter ohne Konzession. Bisher unlizenzierte Anbieter müssten ihr Angebot laut Entwurf bis Ende 2026 einstellen, um sich bewerben zu dürfen.

Solange die Reform nicht beschlossen ist, gilt das Monopol unverändert.

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