Video Poker: die richtigen Karten halten lernen

Volkan Kaya
| Faktengeprüft von: , Analyst für Sportwetten und Bonusbedingungen
Zuletzt aktualisiert am 31. Juli 2026, 16:22
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Dieser Leitfaden erklärt, nach welcher Logik Sie beim Video Poker entscheiden, welche der fünf ausgeteilten Karten Sie behalten und welche Sie abwerfen. Grundlage ist Jacks or Better, die Variante, an der sich fast jede Strategietabelle orientiert. Wir zeigen, wie stark die Auszahlungstabelle die Quote verändert, in welcher Reihenfolge Sie Ihre Möglichkeiten prüfen und wo die typischen Grenzfälle liegen. Der Text richtet sich an Spielerinnen und Spieler, die die Regeln kennen, aber ihre Halte-Entscheidungen bisher eher nach Gefühl treffen.

Video Poker: welche Karten halten?

Wie Video Poker eine Hand bewertet

Video Poker basiert auf Five Card Draw: Sie erhalten fünf Karten, markieren die Karten, die Sie behalten wollen, und bekommen für den Rest neue aus demselben Deck. Danach wird die Endhand mit der Auszahlungstabelle (Paytable, also der Liste der Gewinne je Hand) abgeglichen. Einen Gegner gibt es nicht, und genau das macht das Spiel berechenbar.

Bei Jacks or Better beginnt der Gewinn bei einem Paar Buben oder höher, das den Einsatz zurückbringt. Ein Paar Zehner oder darunter zahlt nichts, obwohl es am Bildschirm nach etwas aussieht. Diese Grenze entscheidet über einen großen Teil aller Halte-Entscheidungen.

Weil das Deck nach jeder Hand neu gemischt wird, lässt sich für jede Kombination aus gehaltenen Karten ein exakter Erwartungswert berechnen.

Was das für Ihre Entscheidung bedeutet

Jede der 32 möglichen Halte-Varianten einer Hand hat einen mathematisch besten Wert, und Strategietabellen fassen diese Rechnungen zu einer Rangliste zusammen. Das bekannteste Beispiel stammt von Wizard of Odds: Mit der dortigen einfachen Strategie erreicht die Full-Pay-Version von Jacks or Better 99,46 %, mit der optimalen Strategie 99,54 %. Der Unterschied von 0,08 Prozentpunkten entspricht laut derselben Quelle etwa einem verlorenen Gesamteinsatz alle 1.178 Hände. Für den Alltag heißt das: Die einfache Rangliste genügt, solange Sie sie konsequent anwenden.

Auszahlungstabellen und ihre Quoten

VarianteFull House / FlushRTP bei Optimalspiel
Jacks or Better 9/69 / 699,54 %
Jacks or Better 8/58 / 5rund 97,3 %
Jacks or Better 7/57 / 596,15 %
Jacks or Better 6/56 / 5rund 95,0 %
Deuces Wild Full Pay3 / 2100,76 %
Expertenkommentar

Was wir zuerst prüfen, ist nie der Spielname, sondern die Zeile für Full House und Flush in der Paytable. Zwei Automaten mit identischem Titel können über vier Prozentpunkte auseinanderliegen. Deuces Wild steht hier nur zum Vergleich: Die Zweier sind Joker, und dafür gilt eine völlig eigene Strategie.

Die Halte-Rangliste für Jacks or Better

Die Rangliste funktioniert wie ein Filter von oben nach unten. Sie suchen alle sinnvollen Arten, Ihre Hand zu spielen, und wählen jene, die in der Liste am weitesten oben steht. Eine „hohe Karte“ ist dabei ein Bube, eine Dame, ein König oder ein Ass.

Ganz oben stehen fertige Hände ab Vierling sowie Straight Flush und Royal Flush, gefolgt von vier Karten zum Royal Flush. Diese Draw-Variante schlägt sogar einen fertigen Flush oder eine Straße, weil der Royal Flush bei vollem Einsatz 800-fach zahlt.

Danach kommen Drilling, Straße, Flush und Full House, dann vier zum Straight Flush, zwei Paare und das hohe Paar. Erst darunter folgen drei zum Royal Flush, vier zum Flush und schließlich das niedrige Paar.

Im unteren Bereich wird es feiner: vier zur offenen Straße (Outside Straight, an beiden Enden ergänzbar), zwei hohe Karten derselben Farbe, drei zum Straight Flush und zwei hohe Karten unterschiedlicher Farbe. Bei mehr als zwei hohen Karten unterschiedlicher Farbe halten Sie die beiden niedrigsten, weil sie seltener mit einem Straßenblock kollidieren. Darunter liegen eine Zehn mit Bube, Dame oder König derselben Farbe, dann eine einzelne hohe Karte. Bleibt gar nichts übrig, werfen Sie alle fünf Karten ab.

Merken müssen Sie sich die Liste nicht auf einmal.

So treffen Sie jede Halte-Entscheidung

Die folgenden Schritte setzen die Rangliste in einen festen Ablauf um, den Sie bei jeder Hand gleich durchgehen. Mit etwas Übung im Demo-Modus wird daraus ein Reflex, der nur noch Sekunden braucht.

  • Schritt 1

    Auszahlungstabelle vor dem ersten Einsatz prüfen

    Öffnen Sie die Paytable und lesen Sie die Werte für Full House und Flush ab. Nur bei 9/6 gilt die hier beschriebene Rangliste ohne Abstriche, bei anderen Tabellen verschieben sich einzelne Grenzfälle leicht.
  • Schritt 2

    Fertige Gewinnhände sofort erkennen und sichern

    Prüfen Sie, ob Sie bereits ein hohes Paar, zwei Paare oder eine bessere Hand halten. Eine fertige Hand geben Sie nur für vier Karten zum Royal Flush oder vier zum Straight Flush gegenüber einem hohen Paar auf.
  • Schritt 3

    Starke Draws gegen das Paar abwägen

    Haben Sie ein niedriges Paar, vergleichen Sie es mit vier zum Flush und drei zum Royal Flush. Beide Draws stehen in der Rangliste höher, also brechen Sie in diesen Fällen das Paar auf.
  • Schritt 4

    Hohe Karten gezielt und sparsam behalten

    Ohne Paar und ohne Draw zählen die hohen Karten. Zwei hohe Karten derselben Farbe gehen vor, bei mehreren unterschiedlichen behalten Sie höchstens die zwei niedrigsten, niemals drei oder vier gleichzeitig.
  • Schritt 5

    Alles abwerfen, wenn nichts übrig bleibt

    Ohne hohe Karte, ohne Paar und ohne brauchbaren Draw ziehen Sie fünf neue Karten. Ein Kicker, also eine einzelne Beikarte wie ein Ass neben einem Paar, verschlechtert in Jacks or Better fast immer das Ergebnis.
Expertenkommentar

In unserer Analyse der Strategietabellen fällt auf, dass Schritt 4 die meisten Fehler erzeugt. Drei hohe Karten zu behalten, fühlt sich sicherer an, senkt aber die Chance auf Straße und Flush. Genau hier hilft ein Trainer mit Fehlerhinweis mehr als jede auswendig gelernte Liste.

Grenzfälle, an denen Gefühl täuscht

Die meisten Fehler entstehen bei Händen, die zwei plausible Wege anbieten. Ein Klassiker ist der Royal Draw neben einem fertigen Flush: Mit Ass, König, Dame und Bube einer Farbe plus einer fünften Karte derselben Farbe werfen Sie die fünfte Karte ab und geben den sicheren Flush auf.

Ebenso unbequem ist das hohe Paar neben vier zum Flush. Hier gilt die Gegenrichtung, denn das hohe Paar steht in der Rangliste höher und bringt den Einsatz sicher zurück, während der Flush nur in rund 19 % der Fälle ankommt.

Den häufigsten Grenzfall setzen wir unten direkt gegeneinander.

Ein weiterer Irrtum betrifft die Straße. Vier Karten zur innen offenen Straße (Inside Straight, etwa 6, 7, 9, 10) haben nur vier passende Karten im Rest des Decks und rangieren deshalb weit unter der offenen Variante, die acht Treffer zulässt. Auch A, 2, 3, 4 und B, D, K, A zählen als innen offen, weil sie nur an einer Seite ergänzt werden können. Wer solche Hände wie offene Straßen behandelt, verschenkt Erwartungswert bei jeder einzelnen Wiederholung.

Niedriges Paar oder vier zum Flush?

Der Vergleich gilt für ein Paar Zehner oder darunter neben vier Karten einer Farbe ohne hohe Karte. Die Werte beziehen sich auf eine Einheit Einsatz in Jacks or Better 9/6, die Trefferquote des Paares ist eine gerundete Näherung.

Niedriges Paar halten

Vier zum Flush halten

Trefferchance: rund 29 % auf zwei Paare oder besserTrefferchance: 9 von 47 Karten, etwa 19,1 %
Typischer Gewinn: 2 oder 3 EinheitenTypischer Gewinn: 6 Einheiten beim Flush
Erwartungswert: etwa 0,82 EinheitenErwartungswert: etwa 1,15 Einheiten
Bei Flush-Zahlung 5: bleibt bei etwa 0,8 EinheitenBei Flush-Zahlung 5: etwa 0,96 Einheiten
Expertenkommentar

Was wir an diesem Vergleich festhalten wollen: Die höhere Trefferquote spricht für das Paar, der Erwartungswert dagegen klar für den Flush-Draw. Auch bei schlechteren Tabellen mit Flush 5 kippt das Ergebnis nicht. Gefühl misst Häufigkeit, die Auszahlungsquote misst Häufigkeit mal Gewinn.

Strategie üben und Spiele richtig wählen

Eine Strategie hilft nur so viel, wie die Auszahlungstabelle zulässt. Die perfekte Rangliste auf einem 6/5-Automaten bringt weniger als eine durchschnittliche Spielweise auf 9/6, und die Zahl der Video-Poker-Titel in einer Lobby sagt darüber nichts aus. Zehn Varianten mit gekürzter Paytable sind kein Angebot, sondern zehnmal dieselbe schwache Quote.

Viele Online-Versionen bieten einen Demo-Modus oder einen eingebauten Strategiehinweis. Beides eignet sich, um die Rangliste ohne Geldeinsatz zu verinnerlichen, bevor Sie echte Einsätze riskieren.

Die genannten Quoten sind ein theoretischer Durchschnitt über sehr viele Hände, keine Zusage für eine einzelne Sitzung.

Rechtlicher Rahmen in Österreich

Das Glücksspielmonopol ist in § 3 des Glücksspielgesetzes (GSpG) verankert, und Online-Casinospiele gelten nach Auskunft des Finanzministeriums als elektronische Lotterien, die eine Konzession erfordern. Diese Konzession halten derzeit die Österreichischen Lotterien mit ihrer Plattform win2day, wie wir anhand der Angaben des Anbieters und aktueller Berichterstattung überprüft haben. Die Regierung hat sich auf ein neues Glücksspielgesetz geeinigt, das weitere Online-Konzessionen vorsieht, und den Entwurf in Begutachtung geschickt. Solange diese Reform nicht in Kraft ist, bleibt win2day das einzige im Inland konzessionierte Online-Angebot.

Häufige Fragen zum Halten beim Video Poker

Soll ich ein Paar Buben gegen vier zum Flush tauschen?

Nein. Ein hohes Paar steht in der Rangliste für Jacks or Better über vier zum Flush, weil es den Einsatz sicher zurückbringt und weitere Verbesserungen erlaubt.

Wann gebe ich einen fertigen Flush auf?

Nur wenn vier der fünf Karten zum Royal Flush gehören. Der mögliche 800-fache Gewinn bei vollem Einsatz macht diesen Draw wertvoller als den sicheren Flush.

Warum soll ich keinen Kicker behalten?

Eine Beikarte neben einem Paar blockiert einen Platz für neue Karten. Dadurch sinken die Chancen auf Drilling, Full House und Vierling, ohne dass der Kicker selbst etwas zahlt.

Was bedeutet 9/6 bei Jacks or Better?

Die Zahlen nennen die Auszahlung für Full House und Flush je Einheit Einsatz. Die 9/6-Version erreicht bei optimaler Strategie 99,54 %, die 8/5-Version rund 97,3 %.

Gilt diese Strategie auch für Deuces Wild?

Nein. Bei Deuces Wild sind alle Zweier Joker, und die Paytable beginnt erst beim Drilling. Dafür brauchen Sie eine eigene Strategietabelle mit völlig anderer Reihenfolge.

Volkan Kaya
Autor des Artikels: Volkan Kaya
Analyst für Spiele, Software und Plattformen
Schreibt über Slots, Live-Casino und Casino-Software und gibt jede Auszahlungsquote mit der Version an, auf die sie sich bezieht. Am Handy beschreibt er, wann eine Plattform ins Stocken kommt.

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