Curaçao Gaming Authority (CGA)

Christoph Horvath
Zuletzt aktualisiert am 27. Juli 2026, 16:16
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Die Curaçao Gaming Authority (CGA) ist die staatliche Glücksspielbehörde von Curaçao, die Online-Glücksspiellizenzen direkt erteilt und deren Inhaber beaufsichtigt. Rechtsgrundlage ist die Landsverordening op de Kansspelen (LOK), die am 24. Dezember 2024 in Kraft getreten ist und das frühere Master-Lizenz-System abgelöst hat. Daneben ist die Behörde für die landbasierten Casinos der Insel zuständig, ebenso für Lotterien und Charity-Bingo. Für Spielerinnen und Spieler in Österreich zählt vor allem ein Punkt: Eine CGA-Lizenz ersetzt keine Konzession nach dem österreichischen Glücksspielgesetz.

Curaçao Gaming Authority (CGA)

Von der Gaming Control Board zur CGA

Die CGA ist keine neu gegründete Behörde, sondern der umbenannte Curaçao Gaming Control Board (GCB), der vor der Reform vor allem die landbasierten Casinos und Lotterien der Insel beaufsichtigt hat. Mit dem Inkrafttreten der LOK hat er den heutigen Namen und die alleinige Zuständigkeit für Online-Glücksspiel erhalten.

Das Parlament von Curaçao hat die LOK am 17. Dezember 2024 mit 13 zu 6 Stimmen beschlossen, eine Woche später trat sie in Kraft.

Davor galt die National Ordinance on Offshore Games of Hazard (NOOGH), unter der wenige Master-Lizenznehmer Sublizenzen an einzelne Betreiber weitergaben, ohne dass die Behörde jeden dieser Betreiber selbst geprüft hätte. Diese Konstruktion ist mit der Reform weggefallen. Bestehende NOOGH-Lizenzen wurden nach Angaben der Lizenzstelle automatisch in vorläufige Lizenzen nach der LOK umgewandelt, und Anträge, die vor dem Stichtag eingereicht wurden, werden noch nach den Bestimmungen des alten Rechts bearbeitet. Wer auf einer Casino-Seite den Hinweis „Curaçao-Lizenz“ liest, muss deshalb klären, ob dahinter eine direkt von der CGA erteilte Lizenz steht oder bloß ein Verweis auf eine frühere Master-Lizenz.

Altes Sublizenz-System und LOK im Vergleich

Die Gegenüberstellung zeigt, was sich mit der LOK am Lizenzmodell von Curaçao geändert hat und was für Spieler in Österreich gleich geblieben ist. Die Angaben stützen sich auf die Veröffentlichungen der CGA und auf den Gesetzestext.

Früher: Sublizenz nach NOOGH

Heute: CGA-Lizenz nach LOK

Sublizenz über einen Master-LizenznehmerLizenz direkt von der CGA erteilt
Siegel verwies auf den Master-LizenznehmerRegister auf cga.cw, Zertifikat auf cert.cga.cw
Aufsicht lag faktisch beim Master-LizenznehmerLaufende Aufsicht durch die CGA selbst
Keine Berechtigung für Angebote in ÖsterreichKeine Berechtigung für Angebote in Österreich

Wo Spieler die CGA-Lizenz sehen und prüfen

Im Alltag begegnet die CGA Spielern meist im Footer einer Casino-Seite, wo ein Siegel, eine Lizenznummer und der Name der Betreibergesellschaft stehen. Aussagekräftig werden diese Angaben erst, wenn sie mit den offiziellen Quellen der Behörde übereinstimmen.

Die CGA veröffentlicht auf cga.cw Übersichten der lizenzierten Unternehmen und betreibt unter cert.cga.cw einen eigenen Zertifikatsdienst, auf den ein echtes Siegel verlinkt. Was ich zuerst prüfe, ist, ob der Firmenname im Register buchstabengetreu mit jenem in den AGB des Casinos übereinstimmt, denn eine Marke kann auf vielen Domains laufen, die Lizenz hängt aber an der Gesellschaft. Ein Siegel, das nur als Bild auf dem Server des Casinos liegt und zu keiner Zertifikatsseite führt, beweist gar nichts.

Die Behörde schränkt die Aussagekraft ihrer eigenen Liste selbst ein.

Laut CGA garantieren die Übersichten nicht die aktuelle Gültigkeit einer Lizenz, weil sich der Status eines Unternehmens im Lauf der Zeit ändern kann. Ein Eintrag belegt daher, dass eine Lizenz erteilt wurde, er belegt aber nicht automatisch ihren heutigen Stand.

Was eine CGA-Lizenz in Österreich bedeutet

Eine Lizenz der Curaçao Gaming Authority regelt, was ein Betreiber in und von Curaçao aus tun darf; über die Zulässigkeit seines Angebots in Österreich sagt sie nichts. Hier gilt das Glücksspielmonopol des Bundes nach § 3 GSpG, das der Bundesminister für Finanzen nur durch eine Konzession nach § 14 GSpG übertragen kann. Solange das Monopol in dieser Form besteht, ist win2day der einzige Anbieter, der Online-Casinospiele auf Grundlage einer österreichischen Konzession anbietet.

Für Lizenzen der Malta Gaming Authority gilt dasselbe, und der Satz „mit EU-Lizenz ist alles legal“ ist für Österreich schlicht falsch.

Zivilrechtlich hat das spürbare Folgen. Der Oberste Gerichtshof behandelt Glücksspielverträge mit Anbietern ohne österreichische Konzession als unwirksam, sodass Spieler ihre Einsätze zurückfordern können; das hat er 2021 in einer veröffentlichten Entscheidung zu ausländischen Online-Anbietern ausdrücklich festgehalten. Umgekehrt hat der OGH anerkannt, dass auch der Anbieter aus einem nichtigen Vertrag ausbezahlte Gewinne zurückverlangen kann. Ob und in welcher Höhe ein Anspruch besteht, hängt vom Einzelfall und vom Nachweis der Verluste ab, und ein Verfahren gegen einen Betreiber mit Sitz in Curaçao bringt eigene Hürden bei der Durchsetzung mit sich.

Die Glücksspielnovelle, die mehrere Online-Konzessionen vorsieht, bleibt ein Entwurf, solange der Nationalrat sie nicht beschlossen hat und sie nicht in Kraft getreten ist. Bis dahin ist das geltende GSpG der Maßstab für jede Curaçao-Lizenz.

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