So prüfen Sie die Lizenz eines Online Casinos
Diese Anleitung zeigt, wie Sie die Lizenzangaben eines Online Casinos finden, im Register der zuständigen Behörde abgleichen und rechtlich richtig einordnen. Sie richtet sich an Spielerinnen und Spieler in Österreich, die vor einer Registrierung wissen wollen, wer hinter einer Seite steht und welche Aufsicht tatsächlich zuständig ist. Wir erklären die Register der Malta Gaming Authority und der Curaçao Gaming Authority, die Rolle der Konzession nach dem Glücksspielgesetz und den Stand der Novelle. Eines vorweg: Eine gültige ausländische Lizenz beweist, dass ein Anbieter beaufsichtigt wird. Legal in Österreich ist sein Angebot dadurch noch nicht.

Wo die Lizenzangaben eines Casinos stehen
Seriöse Betreiber nennen ihre Lizenz an zwei Stellen: im Footer der Startseite und in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, meist gleich im ersten Abschnitt. Dort gehören der vollständige Firmenname der Betreibergesellschaft, ihr Sitz, die Behörde und eine Lizenznummer hin. Ein Logo allein ist keine Angabe, denn ein Bild lässt sich von jeder Seite kopieren.
Was wir als Erstes prüfen, ist die Übereinstimmung zwischen Marke und Gesellschaft. Ein Casino tritt unter einem Markennamen auf, lizenziert ist aber immer eine juristische Person, etwa eine Limited in Malta oder eine N.V. in Curaçao. Fehlt dieser Firmenname in den AGB, lässt sich die Lizenz im Register nicht sinnvoll suchen.
Bei der Malta Gaming Authority führt das Licensee Register zu jeder Gesellschaft den Status der Autorisierung, und ein URL-Checker zeigt, ob eine bestimmte Domain tatsächlich unter dieser Lizenz betrieben wird. Die Curaçao Gaming Authority veröffentlicht auf Grundlage der Landsverordening op de Kansspelen, kurz LOK, ein eigenes Lizenzregister mit Zertifikatsseiten zu den einzelnen Lizenzen. Sie weist dabei selbst darauf hin, dass ihre Übersichten keine Garantie für die aktuelle Gültigkeit einer Lizenz bieten, weil sich der Status eines Betreibers jederzeit ändern kann.
Deshalb gehört die Domain immer in den Abgleich.
Lizenz im Register abgleichen: der Ablauf
Die folgenden vier Schritte reichen in den meisten Fällen aus, um eine Lizenzangabe zu bestätigen oder als unbrauchbar zu erkennen. Sie benötigen dafür nur die AGB des Casinos und das öffentliche Register der genannten Behörde.
- Schritt 1
Firmenname und Lizenznummer aus AGB notieren
Öffnen Sie die AGB und den Footer. Notieren Sie Gesellschaft, Sitzstaat, Behörde und Lizenznummer. Fehlt eine dieser Angaben oder widersprechen sich Footer und AGB, ist die Lizenz an diesem Punkt bereits fraglich. - Schritt 2
Register der Behörde direkt im Browser aufrufen
Öffnen Sie das Register über die offizielle Adresse der Behörde, etwa mga.org.mt oder cga.cw, und nicht über einen Link auf der Casino-Seite. Gefälschte Siegel führen mitunter auf nachgebaute Prüfseiten. - Schritt 3
Gesellschaft, Status und Domain einzeln abgleichen
Suchen Sie nach dem Firmennamen und kontrollieren Sie, ob der Status aktiv ist. Prüfen Sie danach, ob die Domain, auf der Sie spielen wollen, zu dieser Lizenz gehört. Bei der MGA hilft dafür der URL-Checker. - Schritt 4
Ergebnis nach österreichischem Recht einordnen
Eine aktive Lizenz bestätigt die Aufsicht im Sitzstaat. Für Spiel von Österreich aus zählt zusätzlich die Konzession nach dem Glücksspielgesetz. Prüfen Sie daher, ob der Anbieter eine österreichische Konzession nennt oder nur eine ausländische Lizenz.
Was eine Lizenz in Österreich rechtlich bedeutet
Das Glücksspielgesetz (GSpG) ordnet Online-Glücksspiel als elektronische Lotterie im Sinne des § 12a GSpG ein, und die Durchführung dieser Ausspielungen ist ein ausschließliches Recht des Bundes. Die Österreichische Lotterien Gesellschaft m.b.H. führt sie auf Grundlage der vom Bund erteilten Konzession über win2day durch. Solange dieses Monopol besteht, gibt es für Online-Casinospiele in Österreich genau einen konzessionierten Anbieter.
Der OGH hält in ständiger Rechtsprechung fest, dass die Lizenz eines anderen EU-Mitgliedstaats diese Konzession nicht ersetzt. In 9 Ob 20/21p ging es um einen in Malta ansässigen Pokeranbieter, dessen Spielverträge der Senat mangels österreichischer Konzession als nichtig beurteilte. Gestützt ist diese Linie auf den Beschluss des EuGH in der Rechtssache C-920/19 Fluctus und Fluentum, nach dem Art 56 AEUV dem österreichischen System nicht schon wegen der Werbepraxis des Monopolisten entgegensteht.
Der Satz „mit EU-Lizenz ist alles legal“ stimmt für Österreich also nicht.
Was die Novelle ändern würde
Dem Nationalrat liegt mit der Regierungsvorlage 594 d.B. eine umfassende Novelle vor, die dem Finanzausschuss zugewiesen wurde. Sie sieht ein offenes Konzessionsverfahren für mehrere Online-Anbieter vor, dazu ein zentrales Sperrregister, verpflichtende Einzahlungslimits und Payment-Blocking gegen Anbieter ohne Konzession. Bewerber müssen dem Entwurf zufolge ihre Abgabenschulden beglichen und rechtskräftige Urteile aus Spielerschutzklagen erfüllt haben. Bis die Vorlage beschlossen und in Kraft getreten ist, bleibt das GSpG in seiner geltenden Fassung maßgeblich, und ein Entwurf berechtigt niemanden dazu, Online-Glücksspiel in Österreich anzubieten.
Behörden und Register im Überblick
| Behörde | Wo prüfen | Worauf achten |
|---|---|---|
| Bund, Bewilligung durch das BMF | Spielbedingungen von win2day, Firmenbuch FN 54472 g | Einzige Online-Konzession nach GSpG |
| Malta Gaming Authority (MGA) | Licensee Register auf mga.org.mt | Status der Autorisierung, URL-Checker |
| Curaçao Gaming Authority (CGA) | Lizenzregister auf cga.cw | Firmenname, Status, Zertifikat |
| Frühere Curaçao-Masterlizenzen | Nummern wie 8048/JAZ oder 1668/JAZ | Altes Unterlizenzsystem, durch LOK abgelöst |
| UK Gambling Commission | Public Register auf gamblingcommission.gov.uk | Lizenznehmer und regulatorische Maßnahmen |
| Österreich, Entwurf 594 d.B. | Register erst nach Inkrafttreten | Mehrere Online-Konzessionen vorgesehen |
Österreichische Konzession gegen ausländische Lizenz
In Werbung und auf Vergleichsseiten werden zwei sehr unterschiedliche Dinge oft gleich behandelt: die Konzession nach dem GSpG und die Lizenz eines anderen Staates. Beide sind echte behördliche Genehmigungen, und beide verpflichten den Betreiber in aller Regel zu KYC-Prüfungen und Geldwäschekontrollen. Sie gelten aber für unterschiedliche Rechtsräume.
Eine Lizenz der MGA erlaubt einem Betreiber, unter maltesischer Aufsicht Glücksspiel anzubieten. Ob er dieses Angebot an Spieler in Österreich richten darf, entscheidet allerdings das österreichische Recht. Nach der Rechtsprechung des OGH reicht die maltesische Genehmigung dafür nicht, solange das Monopol für elektronische Lotterien besteht. Für eine Lizenz der Curaçao Gaming Authority gilt dasselbe, wobei ältere Nummern auf einer Seite zusätzlich aus dem früheren Unterlizenzsystem stammen können und dann gar keine aktuelle Genehmigung mehr belegen.
Für Sie als Spieler hat dieser Unterschied handfeste Folgen.
Wo Sie Ansprüche durchsetzen, welche Spielerschutzregeln gelten und welche Stelle Beschwerden annimmt, hängt an der Behörde, die tatsächlich zuständig ist. Wie ein einzelnes Verfahren ausgeht, lässt sich nicht vorhersagen. Festzuhalten ist aber, dass österreichische Gerichte Spielverträge mit Anbietern ohne Konzession wiederholt als nichtig beurteilt haben.
Zwei Genehmigungen im direkten Vergleich
Der Vergleich stellt die österreichische Konzession, wie sie die Österreichische Lotterien Gesellschaft für win2day hält, einer Lizenz der MGA oder der CGA gegenüber. Bewertet wird nur, was sich aus Gesetz, Rechtsprechung und den öffentlichen Registern ableiten lässt.
Konzession nach GSpG | Lizenz von MGA oder CGA |
|---|---|
| Deckt Online-Glücksspiel für Spieler in Österreich | Nach OGH-Rechtsprechung dafür nicht ausreichend |
| Konzessionär im Firmenbuch, Bewilligung durch den Bund | Öffentliches Online-Register mit Status der Lizenz |
| Spielerschutzvorgaben des österreichischen GSpG | Spielerschutzregeln des jeweiligen Sitzstaats |
| Sitz der Gesellschaft in Österreich | Sitz in Malta oder Curaçao, Durchsetzung im Ausland |
Warnsignale bei Lizenzangaben erkennen
Manche Lizenzangaben halten einer Prüfung nur wenige Minuten stand. Das häufigste Muster ist ein Siegel im Footer, das nicht verlinkt ist oder auf eine Seite führt, die nicht zur offiziellen Domain der Behörde gehört. Das dynamische Siegel der MGA etwa verweist auf zusätzliche Informationen der Behörde selbst.
Ein zweites Muster betrifft Curaçao. Mit dem LOK lizenziert die Curaçao Gaming Authority Betreiber direkt, und das frühere System, in dem Masterlizenznehmer Unterlizenzen vergaben, wurde abgelöst. Steht in den AGB nur eine alte Masterlizenznummer und findet sich die Gesellschaft nicht im Register der CGA, fehlt die Bestätigung.
Weitere Hinweise liefern Widersprüche zwischen den Angaben: ein anderer Firmenname im Footer als in den AGB, eine Lizenz für eine fremde Domain oder ein Status, der eine Lizenz als abgelaufen oder widerrufen ausweist. Lesen Sie außerdem nach, ob die AGB Österreich als Zielmarkt nennen oder ausdrücklich ausschließen, weil das zeigt, wie der Betreiber seine eigene Rechtslage einschätzt.
Ein Treffer im Register zählt erst, wenn Name, Status und Domain zusammenpassen.
KYC als Gegenprobe
Bei Auszahlungen verlangt ein lizenzierter Betreiber in aller Regel Ausweis und Adressnachweis, weil Lizenzauflagen und Geldwäscherecht eine Identitätsprüfung vorschreiben. Ein Anbieter, der größere Auszahlungen ganz ohne KYC verspricht, weicht damit von dem ab, was eine echte Aufsicht typischerweise verlangt. Das ersetzt keine Registerprüfung, ist aber eine brauchbare Gegenprobe.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen zur Lizenzprüfung bei Online Casinos
Ist ein Online Casino mit MGA-Lizenz in Österreich legal?
Nicht automatisch. Die MGA-Lizenz belegt die Aufsicht in Malta. Nach der Rechtsprechung des OGH ersetzt sie die Konzession nach dem Glücksspielgesetz nicht, solange das Monopol für elektronische Lotterien besteht.
Wo finde ich die Lizenznummer eines Casinos?
Im Footer der Startseite und in den AGB, meist im ersten Abschnitt. Dort gehören Betreibergesellschaft, Sitz, Behörde und Nummer hin. Ein bloßes Logo ohne diese Angaben reicht für eine Prüfung nicht aus.
Wie prüfe ich eine Curaçao-Lizenz?
Suchen Sie die Gesellschaft im Lizenzregister der Curaçao Gaming Authority auf cga.cw und öffnen Sie das zugehörige Zertifikat. Firmenname, Status und Domain müssen mit den Angaben in den AGB übereinstimmen.
Welcher Anbieter hat eine österreichische Online-Konzession?
Nach dem geltenden Glücksspielgesetz führt die Österreichische Lotterien Gesellschaft m.b.H. die elektronischen Lotterien auf Grundlage der Bundeskonzession über win2day durch. Mehrere Online-Konzessionen sieht erst die Novelle 594 d.B. vor.
Gilt die neue Glücksspielnovelle schon?
Die Regierungsvorlage 594 d.B. wurde dem Finanzausschuss zugewiesen. Bis sie beschlossen ist und in Kraft tritt, gilt das Glücksspielgesetz in seiner bisherigen Fassung, auch für die Frage, wer online anbieten darf.
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Den dritten Schritt lassen Leserinnen und Leser am häufigsten aus, und genau dort scheitern viele Lizenzangaben. Eine Lizenz kann aktiv sein und trotzdem nicht zu der Domain passen, auf der gespielt wird. Wir gleichen deshalb in jeder Prüfung Gesellschaft, Status und Domain getrennt ab, bevor wir eine Angabe übernehmen.