Versicherung (Insurance) beim Blackjack

Volkan Kaya
Zuletzt aktualisiert am 24. September 2026, 14:40
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Die Versicherung (Insurance) ist beim Blackjack eine Nebenwette darauf, dass der Dealer einen Blackjack hält, wenn seine offene Karte ein Ass ist; sie kostet üblicherweise bis zur Hälfte des Grundeinsatzes und zahlt 2:1. Der Name klingt nach Absicherung, mathematisch ist es aber eine eigenständige Wette mit eigenem Hausvorteil. Dieser liegt je nach Anzahl der Decks bei rund 5,9 bis 7,7 Prozent und damit weit über dem Hausvorteil des Grundspiels bei regelkonformer Basisstrategie.

Versicherung (Insurance)

Wann der Tisch die Versicherung anbietet

Die Versicherung steht nur in einem einzigen Moment zur Wahl: Nach dem Austeilen der ersten Karten zeigt der Dealer ein Ass als offene Karte (Upcard). Bevor die Spieler ihre Hände weiterspielen, fragt er, ob jemand versichern möchte, und der Einsatz wandert auf die eigene Insurance-Linie.

Hat der Dealer tatsächlich einen Blackjack, also eine zehnwertige zweite Karte, wird die Versicherung 2:1 ausbezahlt. Der Grundeinsatz geht dann zwar verloren, wird aber durch den Gewinn der Nebenwette ausgeglichen. Fehlt der Blackjack, ist der Versicherungseinsatz weg und die Runde läuft normal weiter.

Die Höhe ist nicht überall gleich geregelt.

Die meisten Regelwerke erlauben maximal die Hälfte des ursprünglichen Einsatzes, wie es etwa die Spielerklärungen der Spielbanken in Bayern und des Casinos Schaanwald beschreiben. Die online veröffentlichte Spielbeschreibung von Casinos Austria nennt dagegen eine Spanne von der Hälfte bis zum Doppelten des Grundeinsatzes. Bei Tischen ohne verdeckte Dealerkarte, wie sie in europäischen Spielbanken verbreitet sind, wird die Versicherung erst am Ende der Runde abgerechnet. Im Online-Casino und im live casino erscheint die Frage als Einblendung mit kurzem Zeitfenster; was bei Untätigkeit passiert, steht in den Spielregeln des jeweiligen Tisches und unterscheidet sich je nach Anbieter.

So berechnet sich der Hausvorteil der Versicherung

Eine Wette mit Auszahlung 2:1 ist genau dann fair, wenn sie in einem Drittel der Fälle gewinnt. Die Versicherung gewinnt aber seltener, weil im Kartenschlitten weniger als ein Drittel der verbleibenden Karten zehnwertig ist. Die Formel für den erwarteten Wert pro eingesetztem Euro lautet: EV = 2 × p – (1 – p), wobei p die Wahrscheinlichkeit einer zehnwertigen verdeckten Karte ist.

Rechenbeispiel mit acht Decks

Acht Decks enthalten 416 Karten, davon 128 Zehner, Buben, Damen und Könige. Ist das Ass des Dealers bekannt, bleiben 415 Karten und p liegt bei 128/415, also etwa 30,8 Prozent. Eingesetzt in die Formel ergibt das einen erwarteten Verlust von rund 7,5 Prozent des Versicherungseinsatzes.

Bei einem Deck verbessert sich der Wert auf 16 von 51 Karten, und der Hausvorteil sinkt auf etwa 5,9 Prozent. Bei einem rechnerisch unendlichen Schlitten, dem Grenzwert für sehr viele Decks, steigt er auf rund 7,7 Prozent. Die eigenen ausgeteilten Karten verschieben p geringfügig, ändern am Ergebnis aber nichts Grundsätzliches.

Dass Kartenzähler die Versicherung bei einem hohen Anteil an Zehnern trotzdem nehmen, ist kein Widerspruch, sondern genau diese Rechnung mit verändertem p.

Versicherung, Even Money und Bonus-Angebote

Am häufigsten wird die Versicherung mit Even Money verwechselt, obwohl beides dieselbe Wette ist. Even Money wird angeboten, wenn Sie selbst einen Blackjack halten und der Dealer ein Ass zeigt: Sie nehmen sofort eine Auszahlung von 1:1 statt der möglichen 3:2.

Rechnerisch entspricht das einer Versicherung über den halben Einsatz, und deshalb trägt Even Money denselben Hausvorteil. Bei acht Decks bringt das Ablehnen im Schnitt rund 1,04 Einsätze statt des garantierten einen Einsatzes, weil der 3:2-Gewinn in etwa 69 Prozent der Fälle ausbezahlt wird. Die sichere Zahl fühlt sich besser an, kostet auf Dauer aber Geld.

Eine zweite Verwechslung betrifft das Aufgeben (Surrender), bei dem Sie die Hand gegen Rückgabe der Hälfte des Einsatzes beenden. Das ist eine Spielentscheidung über die eigene Hand und keine Wette auf die Dealerkarte.

Schließlich verwenden manche Anbieter das Wort „Versicherung“ für Bonus-Aktionen, etwa eine Rückerstattung verlorener Einsätze als Bonusguthaben mit wagering-Bedingungen. Mit der Blackjack-Regel hat das nichts zu tun, und die Bedingungen legt jeder Betreiber selbst fest.

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