Fremdwährungsentgelt im Online Casino
Das Fremdwährungsentgelt ist ein prozentueller Aufschlag, den Ihre Bank oder Ihr Kartenherausgeber verrechnet, wenn eine Kartenzahlung nicht in Euro abgewickelt wird. In Preisblättern heißt es oft Manipulationsentgelt oder Auslandseinsatzentgelt, gemeint ist im Kern dieselbe Gebühr. Bei klassischen österreichischen Bankkarten liegt der Satz typischerweise zwischen 1,5 % und 2 % des Umsatzes, einzelne Karten verrechnen gar nichts. Im Online Casino trifft es Sie dann, wenn das Spielerkonto oder die Kassa in einer anderen Währung als Euro geführt wird.

So wird das Fremdwährungsentgelt berechnet
Die Rechnung hat zwei Teile, und nur einer davon steht als eigene Zeile auf der Abrechnung. Zuerst wird der Betrag in Fremdwährung zu einem Referenzkurs in Euro umgerechnet, meist zum Kurs von Visa oder Mastercard. Danach schlägt die Bank ihren Prozentsatz auf den umgerechneten Eurobetrag auf.
Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: Sie zahlen 200 US-Dollar in ein Casino ein, und der Referenzkurs ergibt 185 Euro. Bei einem Entgelt von 1,5 % kommen 2,78 Euro dazu, belastet werden also 187,78 Euro.
Wie hoch der Satz ist, legt jede Bank selbst fest. PayLife nennt für die Umrechnung einen Verkaufsabschlag von 1 % für EWR-Währungen, Schweizer Franken sowie US-, kanadische und australische Dollar, für alle anderen Währungen sind es 1,5 %. Laut AGB kann dazu ein Manipulationsentgelt nach Preisblatt kommen. Die EU-Verordnung 2019/518 deckelt solche Kosten nicht, verpflichtet Zahlungsdienstleister aber seit 19. April 2020, die gesamten Umrechnungsentgelte als prozentuellen Aufschlag auf den letzten verfügbaren Referenzkurs der EZB auszuweisen. Diese Regeln betreffen Zahlungen in EU-Währungen, für US-Dollar und andere Drittwährungen bleibt das Preisblatt Ihrer Bank die maßgebliche Quelle.
Ein Blick ins Preisblatt erspart Ihnen die Überraschung auf der nächsten Kartenabrechnung.
Wo Spieler im Casino auf das Entgelt treffen
Das Entgelt entsteht an der Kassa, am Spieltisch spielt es keine Rolle. Entscheidend ist, in welcher Währung die Zahlung bei Ihrer Bank ankommt. Führt ein Anbieter Ihr Spielerkonto in US-Dollar oder Kanadischen Dollar, wird jede Karteneinzahlung zur Fremdwährungstransaktion. Was ich zuerst prüfe, ist deshalb die Kontowährung, die das Casino bei der Registrierung festlegt.
Die Auszahlung ist der Teil, den viele übersehen. Kommt der Gewinn in Fremdwährung zurück, wird erneut umgerechnet, und je nach Bank fällt erneut ein Abschlag an. Wer 200 Dollar einzahlt und denselben Betrag wieder abhebt, zahlt damit zweimal Umrechnungskosten, obwohl am Spielerkonto kein Cent verloren ging.
Eine Zahlung in Euro ist nicht automatisch frei. BAWAG verrechnet das Manipulationsentgelt laut eigener Hilfeseite auch für Kartenzahlungen in Euro außerhalb des EWR, maßgeblich ist dann der Ort der Abwicklung und nicht die angezeigte Währung. Diesen Ort sehen Sie in der Kassa in der Regel nicht.
Bei PayPal wird die Wallet selbst zur umrechnenden Stelle, die deutschsprachige Gebührenübersicht nennt dafür eine Gebühr von 3 % über dem PayPal-Basiswechselkurs.
Womit das Fremdwährungsentgelt verwechselt wird
Das Fremdwährungsentgelt ist nicht der Wechselkurs selbst. Der Kurs von Visa oder Mastercard enthält bereits eine eigene kleine Spanne zum Mittelkurs, das Entgelt der Bank kommt obendrauf. Wer nur die Gebührenzeile auf der Abrechnung liest, unterschätzt daher die tatsächlichen Kosten.
Teurer wird es mit der dynamischen Währungsumrechnung, kurz DCC. Dabei bietet die Händlerseite an, den Betrag gleich in Euro abzurechnen, und setzt dafür ihren eigenen Kurs samt Aufschlag fest. Eine Untersuchung des europäischen Verbraucherverbands BEUC fand bei DCC Preisaufschläge zwischen 2,6 % und 12 %.
Dass Kursabschlag und Entgelt zusammen unzulässig sein können, zeigte ein österreichisches Verfahren. Card complete verrechnete bei Fremdwährungsumsätzen ein Bearbeitungsentgelt von meist 1,65 %, in älteren Verträgen 1,5 %, und zusätzlich einen Abschlag vom Referenzwechselkurs. Nach einer Klage der Arbeiterkammer stellte der OGH fest, dass dieses Bearbeitungsentgelt rechtswidrig war, und card complete wurde zur Rückzahlung verpflichtet. Ein allgemeines Verbot jedes Fremdwährungsentgelts folgt daraus nicht, wohl aber ein guter Grund, die eigenen Kartenbedingungen auf eine doppelte Verrechnung zu lesen.
Und wenn eine Casino-Kassa „0 Euro Gebühr“ verspricht, meint sie ihre eigene Gebühr und nicht die Ihrer Bank.
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