En Prison im Roulette

Volkan Kaya
Zuletzt aktualisiert am 11. September 2026, 16:25
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En Prison (französisch für „im Gefängnis“) ist eine Roulette-Regel, nach der ein Einsatz auf eine einfache Chance bei einer Null vorerst stehen bleibt und erst in der nächsten Drehung entschieden wird. Einfache Chancen sind die Wetten mit Auszahlung 1:1, also Rot/Schwarz, Gerade/Ungerade und Manque/Passe. Gewinnt der gesperrte Einsatz in der folgenden Runde, bekommen Sie ihn ohne Gewinn zurück, verliert er, kassiert ihn die Bank.

En Prison

So wird der Hausvorteil berechnet

Im europäischen Roulette mit einer Null liegt der Hausvorteil (der rechnerische Anteil jedes Einsatzes, den die Bank langfristig behält) bei 2,70 %, also bei 1/37. En Prison halbiert diesen Wert auf einfachen Chancen, weil ein gesperrter Einsatz danach ungefähr jede zweite Entscheidung gewinnt.

Wie genau, hängt davon ab, was bei einer zweiten Null passiert.

Bleibt der Einsatz dann weiter gesperrt, kostet eine Null Sie im Schnitt die Hälfte des Einsatzes, und der Hausvorteil beträgt exakt 1/74, also 1,35 %. Gilt die zweite Null dagegen als Verlust, ergibt sich 19/1369 oder rund 1,39 %. Die gern zitierten 1,35 % beschreiben daher nur die günstigere Variante, und Innenwetten wie Plein oder Cheval bleiben in beiden Fällen bei 2,70 %.

Wo Sie die Regel antreffen

En Prison gehört zum französischen Roulette, wie es in europäischen Spielbanken traditionell gespielt wird. Online ist die Regel keine Selbstverständlichkeit, und die Bezeichnung „French Roulette“ allein garantiert sie nicht.

Was ich zuerst prüfe, ist die Hilfe-Seite des jeweiligen Spiels, denn dort steht, welche Regel aktiv ist und wie eine zweite Null behandelt wird. Live-Casino-Tische und RNG-Versionen (computergenerierte Zufallsergebnisse) desselben Herstellers können sich dabei unterscheiden. Eine beworbene Auszahlungsquote von 98,65 % ohne Angabe der Regelvariante werte ich als unbestätigt, so rund sie auch klingt.

An amerikanischen Tischen mit Doppelnull fehlt die Regel meistens ganz.

En Prison oder La Partage

La Partage (französisch für „Teilung“) greift im selben Moment, entscheidet aber sofort: Bei einer Null erhalten Sie die Hälfte des Einsatzes zurück, die andere Hälfte geht an die Bank. Rechnerisch landen beide Regeln bei 1,35 %, sofern En Prison eine zweite Null nicht als Verlust wertet.

Der Unterschied liegt im Ablauf und in der Streuung. Bei En Prison bleibt der ganze Einsatz eine weitere Drehung im Risiko, am Ende steht der volle Einsatz oder gar nichts. Manche Tische lassen Ihnen bei einer Null die Wahl zwischen beiden Regeln, andere wenden fest eine davon an.

Gewinne gibt es aus dem Gefängnis nie, nur den ursprünglichen Einsatz.

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