Mindestalter beim Glücksspiel

Sabrina Ebner-Kovačević
Zuletzt aktualisiert am 10. September 2026, 12:39
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Das Mindestalter ist das Lebensalter, das Sie vollendet haben müssen, bevor Sie an einem Glücksspiel teilnehmen, ein Casino betreten oder ein Spielkonto nutzen dürfen; in Österreich liegt es für Casino, Automaten, Sportwetten und Online-Glücksspiel bei 18 Jahren. Gerechnet wird ab dem Geburtstag selbst, nicht ab dem Beginn des Kalenderjahres. Bei einem Online-Konto begegnet Ihnen die Grenze meist schon im Registrierungsformular. Geprüft wird sie allerdings oft erst später, und genau diese Lücke erklärt der folgende Eintrag.

Mindestalter

Wie das Mindestalter berechnet wird

Gesetze formulieren die Grenze fast immer gleich: Teilnehmen darf, wer das achtzehnte Lebensjahr vollendet hat. So steht es etwa in § 25 des Glücksspielgesetzes für den Besuch einer Spielbank.

„Vollendet“ bedeutet, dass der 18. Geburtstag erreicht ist. Wer am 3. März 2008 geboren wurde, darf ab dem 3. März 2026 spielen, also weder am 1. Jänner dieses Jahres noch am Tag vor dem Geburtstag.

Mit 18 beginnt in Österreich auch die Volljährigkeit, weshalb beide Begriffe im Alltag oft gleichgesetzt werden.

Für die Praxis gibt es eine zweite Ebene, die viele übersehen. Neben dem Glücksspielgesetz regeln die Jugendschutzgesetze der Bundesländer, woran Jugendliche teilnehmen und wo sie sich aufhalten dürfen. Sie verbieten Spiele um Geld und Wetten unter 18, sahen bei Lotto und Toto aber teilweise eine Ausnahme ab 16 vor. Die Österreichischen Lotterien haben diese Ausnahme am 10. Juli 2023 für ihre eigenen Produkte aufgehoben und verkaufen Lotto, Toto, Brief- und Rubbellose seither nur mehr an Personen ab 18 Jahren.

Wo Ihnen die Altersgrenze begegnet

Im Casino findet die Kontrolle am Eingang statt. Casinos Austria lässt laut Besuchs- und Spielordnung nur Personen ein, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und sich mit einem amtlichen Lichtbildausweis ausweisen. Für Glücksspielautomaten verlangt das Glücksspielgesetz ein Identifikationssystem, das jüngere Personen vom Spiel ausschließt.

Online läuft das anders ab. Sie tragen Ihr Geburtsdatum bei der Registrierung ein, die eigentliche Prüfung erfolgt über KYC, also den Abgleich Ihrer Angaben mit Ausweis- oder Bankdaten.

Genau hier hat der Schutz eine Lücke.

win2day, das Online-Angebot der Österreichischen Lotterien, hält selbst fest, dass die Bestätigung der Daten direkt nach der Registrierung noch nicht verpflichtend ist und spätestens vor bestimmten Schritten wie der ersten Auszahlung oder höheren Limits abgeschlossen sein muss. Bei anderen Anbietern ist der Zeitpunkt der Prüfung unterschiedlich geregelt, einen einheitlichen Standard dafür gibt es nicht. Für Eltern heißt das: Eine gesperrte Auszahlung schützt nicht vor dem Geld, das davor eingezahlt und verspielt wurde.

Was ich bei jedem Anbieter zuerst nachlese, ist die Stelle in den Bedingungen, die festlegt, wann die Identität geprüft wird und was mit Einsätzen Minderjähriger geschieht.

Gesetzliche Grenze und Anbieterregel

Am häufigsten wird das gesetzliche Mindestalter mit jener Altersgrenze verwechselt, die ein Anbieter in seinen Teilnahmebedingungen selbst festlegt. Der Vergleich zeigt am Beispiel der Lotterien, wo dieser Unterschied für Sie konkret spürbar wird.

Gesetzliches Mindestalter

Selbstgesetzte Anbietergrenze

Festgelegt im Glücksspielgesetz oder im Jugendschutzgesetz des BundeslandesFestgelegt in den AGB oder Teilnahmebedingungen des Anbieters
Lotto und Toto nach Landesrecht teilweise schon ab 16Österreichische Lotterien seit 10. Juli 2023 einheitlich ab 18
Gilt für alle Anbieter derselben Spielart gleichKann von Anbieter zu Anbieter abweichen
Kontrolle über Ausweis, Identifikationssystem oder KYCAnnahmestellen vertraglich zur Ausweiskontrolle verpflichtet

Was bei Unterschreiten der Grenze geschieht

Wie streng die Grenze ausgelegt wird, zeigt die Umstellung der Lotterien. Bei Brief- und Rubbellosen wird anhand der Gewinnanforderung geprüft, ob das Los eines 16- oder 17-Jährigen noch vor dem 10. Juli 2023 gekauft wurde; war das nicht der Fall, wird die Auszahlung abgelehnt.

Bei Online-Anbietern mit ausländischer Lizenz regeln deren eigene Bedingungen, was mit Konto, Einsätzen und Gewinnen eines Minderjährigen passiert, und diese Regeln unterscheiden sich deutlich.

Stellen Sie als Elternteil fest, dass Ihr Kind ein Spielkonto nutzt, melden Sie das schriftlich an den Kundendienst des Anbieters und nennen Sie das Geburtsdatum ausdrücklich. Sichern Sie Kontoname, Einzahlungsbelege und den gesamten Schriftverkehr, denn ohne diese Unterlagen lässt sich eine spätere Beschwerde kaum belegen. Auskunft zu den Jugendschutzregeln Ihres Bundeslandes geben die Kinder- und Jugendanwaltschaften, die auf kija.at gemeinsam auftreten.

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