Inaktivitätsgebühr im Online Casino

Mario Pokorny
Zuletzt aktualisiert am 14. August 2026, 10:48
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Die Inaktivitätsgebühr ist ein monatlicher Betrag, den ein Online Casino vom Restguthaben eines Spielerkontos abzieht, wenn dort über eine in den AGB festgelegte Frist weder Login noch Einsatz verzeichnet wurde. Sie trifft nur Konten mit Guthaben und läuft meist so lange weiter, bis das Konto wieder genutzt wird oder der Saldo bei null steht. Frist, Höhe und Berechnungsweise legt jeder Betreiber selbst fest; einen einheitlichen Branchenstandard gibt es nicht.

Inaktivitätsgebühr

Wie die Inaktivitätsgebühr berechnet wird

Zwei Größen bestimmen die Gebühr: die Frist, ab der ein Konto als inaktiv gilt, und der Betrag, der danach jeden Monat abgezogen wird. In britischen und maltesischen Bedingungen liegt die Frist häufig bei 12 Monaten, manche Anbieter warten auch 18 oder 24 Monate. Die Malta Gaming Authority überlässt die Frist dem Betreiber, sie darf aber nicht kürzer als drei Kalendermonate sein.

Beim Betrag kommen zwei Modelle vor. Verbreitet ist ein Fixbetrag, bei 888 und William Hill etwa 3 Pfund pro Monat oder der Gegenwert in der Kontowährung. Daneben finden sich Klauseln mit einem Prozentsatz des Guthabens oder mit der Formel „Fixbetrag oder Prozentsatz, je nachdem, was höher ist“.

Unter null geht es nicht.

Liegt das Guthaben unter der Monatsgebühr, wird nur noch der Rest abgebucht, und die MGA schreibt ausdrücklich vor, dass Gebühren ein inaktives Konto nicht ins Minus drücken dürfen.

Rechenbeispiel mit 40 Euro

Angenommen, auf einem Konto liegen 40 Euro und die AGB sehen nach Ablauf der Frist 3 Euro pro Monat vor. Nach 13 Abbuchungen sind 39 Euro weg, im 14. Monat wird der letzte Euro eingezogen, danach ist das Konto leer. Bei einem angenommenen Modell mit 5 % des Guthabens, mindestens aber 3 Euro, sinkt der Saldo zunächst ebenfalls um 3 Euro, weil 5 % von 40 Euro nur 2 Euro ergeben; der Prozentsatz greift erst bei einem Guthaben über 60 Euro.

Wo Spieler der Gebühr begegnen

Die Gebühr steht in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, meist in einem Abschnitt über inaktive oder ruhende Konten, seltener in der Gebührenübersicht des Kassenbereichs. Im Konto taucht sie danach in der Transaktionshistorie auf, oft als „Verwaltungsgebühr“ oder „Kontoführungsgebühr“ statt unter ihrem eigentlichen Namen.

Was ich zuerst prüfe, ist die Definition von Aktivität: Bei manchen Betreibern genügt ein Login, bei anderen zählt nur ein Einsatz oder eine Einzahlung.

Für Lizenzen aus Malta und Großbritannien sind Vorankündigungen festgeschrieben. Die MGA verlangt, dass der Spieler mindestens 30 Tage vor Eintritt der Inaktivität benachrichtigt wird, samt Hinweis auf mögliche Gebühren und der Möglichkeit, das Guthaben vorher auszuzahlen. Während einer selbst beantragten Spielsperre dürfen nach diesen Regeln keine Inaktivitätsgebühren anfallen. Die britische Gambling Commission verlangt nach zwölf Monaten Inaktivität zuerst einen Rückzahlungsversuch auf das zuletzt verwendete Zahlungsmittel und eine Erinnerung mindestens 30 Tage vor der ersten Abbuchung. Seiten mit Lizenzen aus anderen Ländern, etwa Curaçao, folgen eigenen Vorgaben, die wir für diesen Eintrag nicht geprüft haben.

win2day, das Angebot der Österreichischen Lotterien, gibt auf seiner Website an, für das Konto keinerlei Gebühren zu verlangen, auch nicht nach einer längeren Pause.

Womit die Gebühr oft verwechselt wird

Die Inaktivitätsgebühr ist keine Auszahlungsgebühr. Diese fällt pro Transaktion an, wenn Sie Geld abheben, während die Inaktivitätsgebühr gerade dann greift, wenn am Konto nichts passiert.

Häufiger ist die Verwechslung mit Gebühren des Zahlungsmittels. paysafecard verrechnet für ungenutztes Guthaben eine eigene monatliche Gebühr, deren Höhe und Frist sich je nach Produkt und AGB-Fassung unterscheiden. Sie betrifft das Guthaben bei paysafecard und nicht das Casinokonto, Sie haben es in diesem Fall also mit zwei Vertragspartnern und zwei Ansprechstellen zu tun.

Auch der Verfall eines Bonus ist etwas anderes, denn nicht umgesetztes Bonusguthaben verschwindet nach Ablauf der Wagering-Frist auf einmal, ohne dass eine Gebühr berechnet wird.

Manche Regelwerke trennen außerdem zwischen inaktiven und ruhenden Konten. Die MGA führt ein Konto als ruhend, wenn 30 Kalendermonate lang keine Transaktion verzeichnet wurde, und knüpft daran eigene Pflichten im Umgang mit dem Restguthaben.

Wer eine längere Pause plant, zahlt das Guthaben am besten vorher aus. Mit einer „Sofortauszahlung“ rechnen Sie dabei besser nicht: Ist die KYC-Prüfung noch offen, bleibt das Geld liegen, bis die Dokumente bestätigt sind.

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